Mo. Dez 5th, 2022

Amazon Game Studios präsentierte eine neue virtuelle Währung. Nein, Amazon implementiert kein Bitcoin. Das wird wohl noch eine Weile dauern. Die eigene Währung Stream+, so die Bezeichnung, wurde für das Live-Streaming-Portal Twitch entwickelt. Dabei sollen User Wetten auf Videospiel-Übertragungen abgeben können. Wetten können die User derzeit aber nur auf Multiplayer-Kämpfe bei „Breakaway“; die Währung basiert auf Treuepunkten.

Die neue virtuelle Währung: Stream+ im Detail

Die TwitchCon, die jährliche Konferenz, bei der sich alles um Twitch, einem Dienstleister für Live-Übertragungen von Computer- und Videospielen dreht, wurde 2014 von Amazon für sage und schreibe 970 Millionen US-Dollar gekauft. Nun möchte Amazon mit Stream+, einer virtuellen Währung, das Wetten auf Computer- und Videospiele ermöglichen. Dabei soll die Währung zuerst im Kampfspiel „Breakaway“ aktiviert werden. Nutzer, die sich auf der Twitch-Plattform befinden, können „Coins“ verdienen, wenn sie sich Videospiel-Live-Streams ansehen. Die Währung kann für Käufe in Spielen oder auch für Wetten und Umfragen verwendet werden. Auch wenn auf der TwitchCon bereits einige Möglichkeiten gezeigt wurden, sind bislang noch keine weiteren Details bekannt.

Noch bleiben viele Fragen offen

Unklar ist, ob man jene Coins, wie man bei „Breakaway“ gesammelt hat, auch für andere Spiele verwenden kann oder mitunter weitere Vorteile entstehen. Bislang ist auch nichts darüber bekannt, welche Gegenstände mit Stream+ gekauft werden können. Ob es sich dabei um eine rein virtuelle Währung handelt oder auch ein Tausch gegen Echtgeld möglich ist, ist ebenfalls noch nicht zur Gänze geklärt. Fakt ist: Regulierungsbehörden werden den Werdegang der virtuellen Währung mit Adleraugen verfolgen. Denn aufgrund zahlreicher Skandale, die in der Vergangenheit bei eSports und Videospielen aufgetreten sind, haben vor allem die Glücksspielaufsichtsbehörden ein Auge auf derartige Entwicklungen geworfen.

Regulierungsbehörden verfolgen die Entwicklungen

Schon im August wurde ein Papier von der britischen Glücksspielaufsicht veröffentlicht, das sich mit eSports Währungen befasst hat. Auch machte die britische Regulierungsbehörde deutlich, dass etwaige Wetten und Tauschgeschäfte, die mit virtuellen Währungen durchgeführt werden, eine Glücksspiellizenz erforderlich machen. In Deutschland dringt vor allem die Bundesliga in den eSports Bereich vor; die Regulierungsbehörden stehen jedoch – zumindest in Deutschland – noch am Beginn ihrer Überprüfungstätigkeit.

Das Spiel „Breakaway“

„Breakaway“ ist Amazon Game Studios Antwort auf Spiele der Hersteller Riot, Valve oder Blizzard. Die Spieler bilden Teams und treten gegeneinander an. Das Ziel? Den Ball in eines der zahlreichen Netze des Gegners zu befördern. Die Spieler können ihre Helden auf ihrer eigenen Arenen-Seite steuern und auf Katapulte setzen oder auf Barrieren hoffen, sodass sie keinen Treffer erhalten. Das Spiel ist direkt an Twitch angebunden. Die Spieler können ihre Partien nicht nur bewerben, sondern auch andere User einladen. Wird die Partie übertragen, können diverse Statistiken – natürlich in Echtzeit – eingeblendet werden. Folgt man den Plänen von Amazon Game Studios, wird es demnächst auch weitere Titel geben, auf die gewettet werden können. „New World“ und „Crucible“ wurden genannt; wann diese Spiele aber erscheinen, wurde nicht verraten. Demnächst wird die Alpha-Testphase für „Breakaway“ – gemeinsam mit Stream+ – gestartet.

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