Di. Mai 21st, 2024

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz veröffentlichen eine Data-Literacy-Charta für die Schweiz. Mit dieser Charta soll ein gesellschaftlich breit getragener Kulturwandel im Umgang mit allgemeinen und persönlichen Daten angestossen werden. Ein Ziel ist, dass jede Person in der Lage ist zu bestimmen, wie mit persönlichen Daten umgegangen wird. Die Fähigkeit zur kritischen Bewertung von Daten und darauf basierenden Aussagen ist ein weiteres Ziel der Charta.

In unserer vernetzten Welt muss eine Flut von Daten und Informationen angemessen eingeschätzt und bewertet werden. Das bedingt eine solide Datenkompetenz (Data Literacy). Auch die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz (KI) macht es nötig, dass jede und jeder über ausreichendes Wissen über Datennutzung in allen Bereichen des Lebens verfügt. Die «Data-Literacy-Charta Schweiz» wurde erarbeitet, um eine Datenkultur zu schaffen, die einen selbstbestimmten Umgang mit Daten und eine sichere Bewertung von Daten und Aussagen beinhaltet.

Was ist Datenkompetenz?

Datenkompetenz umfasst die Fähigkeiten, Daten wohlüberlegt zu sammeln, zu verwalten, zu bewerten und zu verwenden. Datenschutz und datenethische Grundsätze müssen dabei Beachtung finden. Weil Rahmenbedingungen sich verändern können, ist ein laufendes Zusammenspiel zwischen Datenproduzierenden, beispielsweise Webseiten-Betreibenden, und Datenkonsumierenden, beispielsweise Nutzenden von Webseiten, unerlässlich. Aufgrund der Komplexität des Themas und der rasch voranschreitenden Entwicklungen in diesem Bereich braucht es einen lebenslangen Lernprozess. Auf diese Weise wird ein sinnvoller Umgang mit Daten, deren Austausch und deren Interpretation sichergestellt.

Wer sollte für Datenkompetenz sorgen?

Ein koordiniertes Zusammenspiel aller involvierten Akteurinnen und Akteure ist dringlich: Nur wenn alle befähigt werden, Daten in sämtlichen Bereichen ethisch und datenschutzkonform vertrauensvoll auszutauschen und zu nutzen, können diese Daten zu einer partizipativen Gesellschaft beitragen. Medien, Bildungswesen und Politik spielen eine wichtige Rolle dafür, dass die Datenkompetenz auf allen Ebenen und in allen Bereichen gefördert wird. Internationalen Entwicklungen soll dabei Rechnung getragen werden. Darum rufen die Akademien der Wissenschaften Schweiz und die Organisation «Data Literacy – Schweiz» die breite Bevölkerung, alle betroffenen Fachgebiete, Medien und Politik dazu auf, sich mit Datenkompetenz auseinanderzusetzen und diese im jeweiligen Kontext anzuwenden. Die Charta soll dabei helfen, einen Kulturwandel gemäss den Prinzipien der Data-Literacy-Charta Schweiz anzustossen, zu verankern, und umzusetzen.

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz (a+) sind ein Verbund der vier wissenschaftlichen Akademien der Schweiz: der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT, der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW, der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW. Sie umfassen nebst den vier Akademien die Kompetenzzentren TA-SWISS und Science et Cité sowie weitere wissenschaftliche Netzwerke. Der wissenschaftliche Nachwuchs vernetzt sich in der Jungen Akademie Schweiz. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz vernetzen die Wissenschaften regional, national und international. Sie vertreten die Wissenschaftsgemeinschaften disziplinär, interdisziplinär und unabhängig von Institutionen und Fächern. Ihr Netzwerk ist langfristig orientiert und der wissenschaftlichen Exzellenz verpflichtet. Sie beraten Politik und Gesellschaft in wissensbasierten und gesellschaftsrelevanten Fragen.

«Data Literacy – Schweiz» ist eine 2020 auf Initiative von Prof. Dr. ès sc. Diego Kuonen und Dr. med. Monique Lehky Hagen lancierte interprofessionelle, unabhängige Bewegung, die sich für eine regional, national und international vernetzte Förderung und Implementierung der Grundlagen eines breit getragenen gesellschaftlichen Datenkompetenzwandels und dessen politische Verankerung einsetzt.

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