Di. Jul 16th, 2024

Kryptowährung oder Immobilien? Die Verbreitung digitaler Währungen hat die Anleger-Welt nachhaltig verändert. Angehende Investoren müssen sich die Fragen stellen, ob eine traditionelle Anlageform wie Immobilien das Richtige für sie ist oder sie ihr Geld in Kryptowährung investieren möchten. Um eine informierte Entscheidung treffen zu können, sollten Anleger die folgenden Vor- und Nachteile von Investitionen in Bitcoin gegenüber Immobilien unbedingt kennen.

Vorteile der Investition in Bitcoin

Seit sie in den Umlauf gekommen sind, haben Bitcoin und andere Kryptowährungen gezeigt, dass sie das Potenzial, kurz- und mittelfristig hohe Renditen zu erzielen. Als Bitcoin 2009 eingeführt wurden, war die Blockchain kurz und man erhielt für einen CHF bis zu 1500 Bitcoin. Im Jahr 2011 war die digitale Währung erstmals einen Preis von einem CHF erzielt, ein Jahrzehnt später war sie das 50’000-Fache wert.

Die letzten Jahre waren turbulent für Bitcoin. Ende 2021 erreichte der Bitcoin-Preis mit über 58’000 CHF seinen bis heute höchsten Kurs. Aktuell (Stand: Juni 2023) wird die Kryptowährung bei knapp CHF 25’000 notiert. Trotz dieses Preiseinbruchs von über 50 % seit dem Höchststand von vor zwei Jahren konnte Bitcoin seit 2017 allein insgesamt einen Preisanstieg von 18’216.85 CHF oder 352.19 % verbucht.

Mit 21 Million ist der Bitcoin Supply limitiert, was eine Inflationsabsicherung darstellt – wenn auch nur bis zu einem gewissen Grad. Das es sich bei Bitcoin, Ethereum und Co. um digitale Währungen handelt, sind sie in der Regel flexibler einsetzbar und können kurzfristiger abgesetzt werden als zum Beispiel Immobilien. Hinzu kommt, dass es inzwischen die Möglichkeit des Bitcoin-Lendings gibt und man bis zu 8 % Zinsen jährlich kassieren kann, die täglich ausgezahlt werden. Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass die Schwelle für Erstanleger bei Bitcoin gering ist, da man sie kleinen Anteilen kaufen kann.

Nachteile der Investition in Bitcoin

Die Preisentwicklung von Bitcoin innerhalb des letzten Jahrzehnts ist beeindruckend und hat tatsächlich einige Millionäre gemacht. Der Trend zeigte sich allerdings gleichzeitig unbeständig und der Rückgang der letzten beiden Jahre hat für viele Investoren, die nicht das richtige Timing hatten, einen Verlust gebracht. Die Blase ist zwar nicht ganz geplatzt, doch es ging einiges an Luft verloren. Es ist nicht sicher, ob und wann der Kurs zu dem Hoch zurückkehren wird. Das Risiko und die Kursvolatilität sind bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen ein Vielfaches höher als bei Schweizer Immobilien.

Es muss zusätzlich bedacht werden, dass die Handelsversicherung bei Bitcoin nicht mit der bei einer traditionellen Investition in Immobilien vergleichbar ist und die Rückgriffsmöglichkeiten limitiert. Datenlecks, Phishing Attacken und Hacks können theoretisch zu einem Verlust der Anlage führen, wobei dieses Risiko verringert werden kann, indem man sich an seriöse Wallet-Anbieter und Trading Seiten hält und seiner Passwörter vorbildlich verwaltet.

Erwähnt werden muss darüber hinaus, dass viele Regierungen daran arbeiten, den Handel mit Kryptowährungen umfassender zu regulieren. Dies sollte Vorteile in der Form zusätzlicher Sicherheiten bringen, wird aber wahrscheinlich die Handelsmöglichkeiten einschränken und einen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben.

Vorteile von Immobilieninvesments

Immobilieninvestments gelten im Allgemeinen als stabiler als digitale Währungen, doch Schweizer Objekte haben noch einmal einen besonderen Status bei Anlegern. Ein Grund dafür ist, dass die Immobilienpreise in der Schweiz zu den höchsten der Welt gehören. In Zürich werden aktuell durchschnittlich über CHF 15’000 pro m2 Eigenheim fällig und selbst in den günstigsten Kantonen wie Appenzell-Innerrhoden liegt der Durchschnitt bei CHF 4’000.

Für eine Anlage in Immobilien spricht auch die Preisentwicklung in der Schweiz. In den letzten 10 Jahren sind die Quadratmeterpreise um über 35 % angestiegen, knapp 4 % allein 2022. Diese sogenannte Wertexplosion kann auf eine hohe Nachfrage, günstige Hypothekarzinsen und ein begrenztes Angebot zurückgeführt werden. Obwohl die Inflation selbst vor der Schweiz nicht halt macht und der Leitzins in den letzten Monaten mehrfach erhöht wurde, sind die Immobilienpreise bisher nicht – wie in manchen Prognosen vermutet – entscheidend gesunken. Die Leerziffer ist weiterhin niedrig und die Nachfrage nach Schweizer Immobilien unverändert hoch, ein kurzfristiger Wertverlust ist dementsprechend bei solchen Investitionen nicht zu erwarten.

Ein anderer Vorteil von Immobilieninvestition ist, dass man nicht nur Geld damit verdienen kann, indem man sie verkauft. Die Immobilienpreise für Schweizer Mietobjekte sind ebenfalls vorteilhaft und ein regelmässiges Einkommen aus Mieteinnahmen ist durchaus möglich.

Nicht zuletzt kann man für die Investition in eine Immobilie vorteilhafte Hypotheken von Banken, Versicherungen und anderen seriösen Kreditanbietern in Anspruch nehmen, da es sich dabei um konkrete physische Strukturen handelt, die als Sicherheit herhalten. Bei Bitcoin-Anlagen steht einem diese Option nicht zur Verfügung.

Nachteile von Immobilieninvestments

Einer der entscheidendsten Nachteile der Investition in Immobilien ist, dass sie nach einem hohen Startkapital verlangen. Eine Finanzierungszusage ist erst zu erwarten, wenn man mindestens 10 – 20 % des Kaufpreises angespart hat, je nachdem, ob es sich dabei um den ersten Immobilienkauf handelt oder nicht. Hinzu kommen Instandhaltungskosten und Renovierungskosten, die unvermeidlich sind, wenn man den Wert eines Objektes erhalten möchte oder es zur Miete anbietet.

Weniger Volatilität und Risiko haben ihren Preis: Obwohl in der Schweiz von einer Wertexplosion gesprochen wurde, ist das Potenzial einer kurz- oder mittelfristigen Wertzunahme ist bei Immobilien im Vergleich zu Kryptowährungen geringer. Das sogenannte “Houseflipping” – das Kaufen, Renovieren und Wiederverkaufen zu einem höheren Preis ist ebenfalls nicht so lukrativ, wie manche annehmen. Ein Grund dafür ist, dass die Grundstücksgewinnsteuer in der Schweiz höher ausfällt, wenn man eine Immobilie nur über einen kurzen Zeitraum hinweg besitzt, bevor man sie wieder verkauft.

Bitcoin oder Immobilien – was ist die richtige Investition für mich?

Die Entscheidung, ob Krypto oder Immobilien die beste Anlage-Option darstellen, hängt letzendlich davon ab, welche Investmentziele man hat, wie risikofreudig man ist und welche finanziellen Voraussetzungen gegeben sind.

Bei Immobilieninvestitionen ist ein konkreter Vermögenswert gegeben, der Anlegern in der Form monatlicher Mieteinnahmen und durch langfristigen Wertzuwachs Gewinne einbringen kann. Insofern es sich dabei nicht um Aktie oder Anleihe handelt, geht eine Investition in Immobilien mit mehr Zeit-, Arbeits- und Kostenaufwand einher, dafür sind die Immobilienpreise in der Schweiz keinen spontanen Veränderungen auf dem Aktienmarkt unterworfen.

Eine Investition in Bitcoin und andere Kryptowährungen ist spekulativer Natur. Man muss als Anleger stärkere Nerven haben, da der Kurs wechselhaft ist und unvorhergesehene Werteinbussen durchaus vorkommen. Wer mit einer verantwortungsvollen Summe spekuliert, Cyber-Security ernst nimmt und zusätzlich Optionen wie das Krypto-Lending nutzt, kann allerdings durchaus Gewinn aus der Investition in digitale Währungen schlagen.

Ein diversifiziertes Anlegerportfolio hat viele Vorteile. In traditionellere Anlagen wie Immobilien und digitale Währungen gleichzeitig zu investieren, kann einen Weg darstellen, sich finanziell abzusichern und dennoch auf den nächsten Krypto-Boom zu spekulieren.

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