Mo. Dez 5th, 2022

Die Inflation erreicht in Deutschland inzwischen Rekordhöhen. Im September wurde durch das Statistische Bundesamt ein sprunghafter Anstieg auf 10 % gemessen, was zu einem großen Teil auf das Ende des Tankrabatts und des 9-Euro-Tickets für Bahnfahrten zurückzuführen ist. Noch im August hatte die Teuerungsrate bei 7.9 % gelegen.

Schrumpfende Spielräume

Die Inflation erzeugt nicht nur schiere Not bei Geringverdienern, sie dämpft auch den Konsum und senkt damit die Wirtschaftsleistung mangels ausreichender Nachfrage. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen manche Dinge einfach nicht mehr, wenn diese nicht unbedingt nötig sind. Zunächst betrifft das kleinere und größere Luxusgüter, dann Reisen und schließlich Bekleidung oder Ausgaben für den Restaurantbesuch und ein Hobby. Die größten Preistreiber sind schon seit Monaten Energie und Lebensmittel. Hier fallen die Preissteigerungen besonders hoch aus: Für Energie mussten deutsche Verbraucher beispielsweise im September 43,9 % mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres zahlen. Die Lebensmittel verteuerten sich um sagenhafte 18,7 %. Solche Einzelposten treiben die Gesamtinflation enorm nach oben, die bis August noch durch den Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket gedämpft worden war. Zwischen August und September 2022 konnten die Statistiker nun einen unerhörten Inflationsschub von 1,9 % beobachten, der äußerst besorgniserregend ist. Es handelt sich bislang um vorläufige Daten.

Höchstwert seit den 1950er Jahren

So hohe Inflationsraten gab es seit der Wiedervereinigung Deutschlands noch nie und in der alten Bundesrepublik zuletzt in den frühen 1950er Jahren. Die DDR veröffentlichte keine ernstzunehmende Inflationsstatistik, zumal die Schwarzmarktpreise unter anderem für Gebrauchtwagen ohnehin nicht einfließen konnten. Gegen Ende der 1980er Jahre könnte die DDR-Inflation bei rund 15 bis 25 % gelegen haben. Es bleibt also nur der Vergleich mit der westdeutschen Nachkriegswirtschaft, der wiederum nicht einfach ist, weil sich in den vergangenen Jahrzehnten die Berechnungsmethoden geändert haben.

Einige besonders krasse Preistreiber

Hier sind einige besonders krasse Preistreiber im Detail (jeweils Inflationsrate von September 2021 bis September 2022):

  • leichtes Heizöl: 108,4 %
  • Erdgas: 95,1 %
  • Kraftstoff: 30,5 %
  • Strom: 21,0 %
  • Nahrungsmittel: 18,7 %

Es werden aber auch Bekleidung, Bürobedarf, Hygieneartikel und viele weiterer Dinge des täglichen Bedarfs teurer, allein schon weil die Energiekosten für ihre Herstellung und den Transport steigen. Auch der Supermarkt hat höhere Energiekosten und muss diese auf die Artikel umlegen. Ein Ende der Preisspirale ist vorerst leider nicht in Sicht.

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