Sa. Okt 1st, 2022

Die norwegische Zentralbank Norges Bank hat bekannt gegeben, die Ethereum Blockchain für ihre Zentralbankwährung (CBDC) verwenden zu wollen. Dies repräsentiert einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung digitaler Währungen in Ländern. Der Quellcode soll als Sandbox auf Github veröffentlicht werden. So stelle man eine Schnittstelle zum Testnetzwerk her. Bereits im Mai kündigte Norges Bank an, dass die Ethereum-Technologie in Zukunft eine „Kerninfrastruktur“ bilden würde. Sie wird für die Verteilung, Verwaltung und Vernichtung von Zentralbankgeld (DSP) dienen. Es soll auch möglich sein, ERC-20-Tokens zu prägen, zu verbrennen oder zu übertragen. Die Interoperabilität mit anderen Blockchains stünde im Vordergrund.

Ursprünglich erklärte Norges Bank in einem Arbeitspapier im November 2021, dass CBDC auf einer Blockchain wie Bitcoin, Ethereum oder Bitcoin SV basieren soll. Die Weiterentwicklung auf der Ethereum-Plattform kommt zu einem Zeitpunkt, in welchem der Ethereum Merge vollzogen wird. Die Blockchain wechselt damit zum ersten Mal ihren Konsens-Mechanismus. Nach längerer Kritik an Technologien, die am Proof-of-Work-Algorithmus festhalten, soll durch Proof-of-Stake nun die Umweltbilanz signifikant verbessert werden. Denn dadurch zähle nicht mehr der Einsatz leistungsstarker Hardware, sondern die Höhe des Besitzes, um Transaktionen zu verifizieren. Auch Bitcoin nutzt den Proof-of-Work Konsens-Mechanismus. Trotz des hohen Stromverbrauchs stieg der Anteil erneuerbarer Energien beim Bitcoin-Mining zuletzt um 58,5 %. Der Energieverbrauch ist jedoch bei Proof-of-Stake um 99 % geringer als bei Plattformen, die auf Proof-of-Work beruhen. Mit dem ersten Prototyp können nun entworfene Funktionen für DSP getestet werden. Innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren soll die passende CBDC-Lösung gefunden werden.

Nahmii, der CBDC-Partner von Norges Bank, beschrieb in einem Blogbeitrag, dass erste Umsetzungen für Smart Contracts und dem Frontend schon entwickelt worden. Die Oberfläche des Frontends würde eine Auflistung der Transaktionen im Netzwerk darstellen und entsprechende Filter anbieten. Ebenso wurden Tools zur Netzwerküberwachung wie Grafana und Blockscout integriert. Allerdings würde die aktuelle Version nicht die Ethereum Wallet MetaMask unterstützen. Der Zugang sei nur privat für Nutzer mit zugewiesenen Logindaten offen.

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