Sa. Okt 1st, 2022

Die jüngste Statistik des Neobrokers justTRADE zu den Umsätzen mit Zertifikaten offenbart erstaunliche Daten. So passen Käufer dieser Produkte ihre Vorlieben offenbar regelmäßig dem Marktumfeld an – das zeigt sich gerade nach dem Beginn des Ukraine-Krieges Ende Februar.

Aktuelle Markteinschätzung von Michael B. Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer von justTRADE

Anleger, die mithilfe von Zertifikaten am Kapitalmarkt aktiv sind, bleiben dieser Kategorie in turbulenten Zeiten nicht nur treu, sie bauen ihr Engagement sogar aus. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse, die sich aus unserer jüngsten Erhebung ergeben. Da Zertifikate je nach Konstruktion in unterschiedlichen Marktlagen einsetzbar sind, sind sie auch bei Privatanlegern sehr beliebt. Dass sie ihre Stärken auch in seitwärts tendierenden oder fallenden Märkten ausspielen, macht sich an der nach wie vor hohen Nachfrage nach diesen Instrumenten in den vergangenen Wochen bemerkbar, in denen das Interesse an klassischen Aktien eher verhalten war.

So hat es im ersten Halbjahr 2022, für das wir die Aktivitäten der justTRADE-Kunden ausgewertet haben, bei Aktien den einen oder anderen schwächeren Monat gegeben, während der Zertifikatebereich steigende Umsätze aufgewiesen hat. Konkret gingen im Juni dieses Jahres Trades mit Aktien um mehr als 20 Prozent gegenüber Dezember 2021 zurück – das Handelsvolumen mit Zertifikaten stieg dagegen im selben Zeitraum um rund 150 Prozent.

*gegenüber Dezember 2021 Quelle: justTRADE
*gegenüber Dezember 2021 Quelle: justTRADE

justTRADE ist ein Frankfurter Online-Broker, der Tradern den Handel von Wertpapieren und Kryptos konsequent für 0,- € Orderprovision (zzgl. marktübliche Spreads) und aus einem Depot heraus anbietet.

Wir führen die Zurückhaltung im Aktienhandel der Monate ab April auf die allgemeine Nervosität an den Kapitalmärkten zurück – angesichts des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Auswirkungen auf die weltweite, speziell auch die deutsche Wirtschaft wollen offensichtlich gerade klassische Aktienanleger erst einmal die weitere Entwicklung abwarten. Mit Zertifikaten können Börsianer hingegen je nach Produkt sogar von fallenden Kursen profitieren oder sich zumindest dagegen absichern, so dass der Boom dieser Papiere nur eine logische Konsequenz aus der jüngsten Entwicklung ist.

Innerhalb der Kategorie der Zertifikate lassen sich bestimmte Vorlieben der Anleger ausmachen. So haben Hebelprodukte bei justTRADE mit rund 99 Prozent den bei weitem größten Anteil an Zertifikate-Trades, sie sind damit deutlich stärker nachgefragt als Anlageprodukte.

 

Entwicklung Trades in Hebelprodukten nach Produkttyp
Entwicklung Trades
in Hebelprodukten nach Produkttyp
 in Anlageprodukten nach Produkttyp
in Anlageprodukten nach Produkttyp

Innerhalb der Kategorie der Hebelprodukte standen Knock-Out-Zertifikate im ersten Halbjahr für das größte Interesse, im Juni und Juli lag ihr Anteil an Trades mit Hebelprodukten bei 90 Prozent. Optionsscheine und Faktoroptionsscheine spielten eine eher untergeordnete Rolle. Innerhalb der Klasse der Anlageprodukte wiederum waren Discount-Zertifikate über das Halbjahr gesehen die beliebtesten Instrumente, allerdings gab es hier eine interessante Entwicklung. So legten „Discounter“ speziell nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine zu – in den Monaten Januar und Februar hatten Bonus-Zertifikate in der Gunst der Anleger höher gestanden. Die Nachfrage spiegelt die Einschätzung der Marktteilnehmer wider: Anfang des Jahres waren Bonus-Zertifikate gefragter – da diese ihre Stärken zeigen, wenn die Börsen eher seitwärts laufen, lässt sich davon ausgehen, dass Anleger entsprechendes erwartet hatten. Nach der russischen Invasion nahm der Pessimismus dann offenbar zu – denn Discount-Zertifikate, die von diesem Zeitpunkt an zulegten, können auch in leicht fallenden Marktphasen attraktive Renditechancen bieten.

Als Underlying bzw. Basiswert waren sowohl bei Anlage- als auch Hebelzertifikaten Indizes über das gesamte Halbjahr hinweg besonders beliebt, auf sie entfielen rund 80 Prozent der Trades. Daneben ließ sich ein ‚Home Bias‘ feststellen: Sowohl bei den Produkten, die auf einem Index basieren, als auch bei denen, die auf einer Aktie basieren, bevorzugen die Anleger ein deutsches Underlying, also etwa den DAX oder eine DAX-Aktie.

 

Entwicklung Basiswert Aktien (Anlage- & Hebelprodukte)
Entwicklung Basiswert Aktien (Anlage- & Hebelprodukte)

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