Do. Jun 30th, 2022

Durch Informationen von Insidern, wann Token an den Börsen an Wert gewinnen, haben mehrere Kryptoinvestoren massiv profitiert. Dies ergibt sich aus einer Auswertung von Argus, wie jüngst das Wall Street Journal berichtete.

Die Auswertung basiert auf einer Reihe von öffentlich einsehbaren Daten mehrerer Wallets, welche ein einheitliches Handelsmuster aufweisen: Kurze Zeit vor der Börsennotierung werden Token im ganz grossen Stil angekauft und direkt wieder abgestossen. Grössere Börsen, welche die entsprechenden Token listen, wirken hierbei wie ein Wertbeschleuniger durch steigende Kurse im Rahmen der Listung. Als Beispiel zeigen Daten einer Blockchain, dass eine einzige Wallet binnen einer knappen Woche „August Gnosis Coins“ für mehr als 360.000 US-Dollar sammelte. Am siebten Tag nach dem Kauf wurde der Coin bei Binance gelistet und verteuerte sich um das Siebenfache der Durchschnittswerte der Vortage. Direkt nach der Ankündigung, den Coin bei Binance handelbar zu machen, wurden binnen eines Tages alle Coins aus dem Wallet abverkauft – mit einem Erlös von einer halben Million US-Dollar. In derselben Wallet wurden ähnliche auffallende Transaktionen in anderen Zusammenhängen bereits früher registriert.

Argus stellte fest, dass drei anonyme Wallets bei Geschäften mit 46 Krypto-Währungen, kurz vor der jeweiligen Listung an den grossen Kryptobörsen, einen Gewinn von mehr als 17 Millionen US-Dollar generierten. Möglicherweise sind die Gewinnmargen jedoch noch höher, da ein Teil der Coins auf die Börsen übertragen wurde, sodass der Handel nicht direkt über die jeweilige Wallet abgewickelt wurde.

Insiderhandel bei Binance und FTX?

Die Auswertung, welche sich auf den Zeitraum von Februar 2021 bis einschliesslich April 2022 bezieht, kommt zu dem Ergebnis, dass die Möglichkeit von Insidergeschäften möglich und sehr wahrscheinlich ist. Hiervor haben Branchenkenner und auch Behörden mehrfach gewarnt. Die betroffenen Kryptobörsen haben jedoch die Vorwürfe kollektiv zurückgewiesen. Unter anderem sei den Mitarbeitern der Handel auf Grundlage internen Geschäftsdaten nicht gestattet. Nach Sichtung der Auswertungen sehen die Unternehmen keinen Hinweis auf einen Verstoss gegen die Compliance-Regelungen. Binance bestätigt, dass ein hauseigenes Sicherheitsteam entsprechende Regelungen bei den Mitarbeitenden prüft und im Zweifel auch – mit einer Kündigung – sanktioniert. Gleiches gab ebenso FTX an.

Quellen:

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