So. Nov 27th, 2022

In Zeiten, wo sogar die schweizer Extrawurst der Postfinance, die Postcard, zur regulären Mastercard wird, soll nun mal die Wahrheit über Kartenzahlungen gesagt werden: Höhe Gebühren sind eher die Regel als die Ausnahme. 70 Rappen pro Transaktion sind keine Seltenheit. Und für 70 Rappen gibt’s in jedem Coop eine Prix Garantie Tomatensuppe. Somit kostet jede Kartentransaktion eine ganze Mahlzeit.

Kartenzahlungen haben sich mehr und mehr durchgesetzt, nicht zuletzt aufgrund der Pandemie. Der schnelle und kontaktlose Bezahlvorgang freut den Kunden und den Händler. Die grösste Freude kommt allerdings bei den Banken auf. Bei einer aktuellen Studie aus Deutschland ergab sich, dass jede zweite Bank die Nutzung von Kredit- und Girokarten abrechnet. Für jede einzelne Kartenzahlung können bis zu 70 Cent Gebühren anfallen, unabhängig vom Kaufpreis. Und spätestens bei der Umrechnung in Franken kassieren die Banken erneut ab.

Die Mehrheit der Kartenzahler erkennt die Kostenfalle erst bei Rechnungsschluss am Ende des Monats und muss nun für die eigene Ahnungslosigkeit teuer einstehen. Je nach Konto- und Kartenmodell werden hohe Gebühren je einzelner Kartennutzung von der Hausbank in Rechnung gestellt.

Deutschland als Vorbild für Mastercard / EC-Karten-Gebühren: Ausschlaggebend ist das Kontomodell

In der Studie sind etwa 800 Banken, insbesondere viele der Sparkassen und Volksbanken, einbezogen worden. Bei einer Sparkasse wurde der höchste Preis von 70 Cent pro Kartenzahlung ermittelt. Dieser Preis wird Kunden des Kontomodells „Giro Nispa Klassik“ der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe mit Hauptsitz in Wesel für jede einzelne Transaktion in Rechnung gestellt. Kartenzahlungen kosten die Kunden demnach leicht eine dreistellige Summe pro Jahr. Selbst eine der grössten Sparkassen in Deutschland, die Hamburger Sparkasse, rechnet im Kontomodell „Klassik“ stolze 50 Cent je Kartennutzung ab.

Giro- oder Kreditkarte für Schweizer im Ausland?

Wenn bei der nächsten Auslandsreise die Kartenzahlung dem Bargeldumtausch vorgezogen werden soll, ist die Kreditkarte für kleine Summen immer zu bevorzugen. Hintergrund ist, dass bei der Zahlung mit einer Kreditkarte die Gebühr nur etwa zwei Prozent des Kaufpreises beträgt und direkt vom Anbieter mit dem Kaufpreis aufgerechnet wird. Bei Debitkarten, zu denen auch die Girokarten gehören, wird anders abgerechnet. Hier berechnet die Bank dem Kontoinhaber eine pauschale Gebühr für die Kartennutzung und auch für die Umrechnung in die Heimatwährung. Viele Banken in der Schweiz stellen so rund 1.50 Franken pro Zahlung in Rechnung.

Es gilt also die Faustregel: Bis 100 Franken mit der Kreditkarte bezahlen und bei mehr als 100 Franken die Debitkarte benutzen.

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