Sa. Okt 16th, 2021

Es ist faszinierend: BitGold, ein kanadisches Startup, wird ein auf Gold basierendes Spar- und Bezahlsystem etablieren. Und die grosse Sensation: Die Zahl der Nutzer wächst schneller als bei Uber oder Facebook in den Anfängen.

BitGold: Physisches Gold Digital

Der zentrale Punkt im BitGold-System: Das Gold kann digital, also via Browser oder Smartphone App mit Kreditkare, Banküberweisung oder gar mit Bitcoin gekauft werden. Das Gold wird unabhängig, in einer separaten Firma, physisch gelagert und gehört dem User. Weltweit wird das Gold in mehreren Tresoren der Sicherheitsfirma Brinks gelagert, beispielsweise in Zürich. Im Portfolio wird alles deklariert ausgewiesen und die Goldbestände werden u.a. von den Wirtschaftsprüfern der Firma KPMG täglich überprüft. Sollte die Firma einmal Konkurs gehen, geht das Gold direkt an die Kunden.

«Wir bauen ein Paypal mit Gold»

So die klare Ansage von Roy Sebag und Josh Crumb, den beiden Gründern des Unternehmens.

Gold kaufen: Bitgold

Bezahlsystem und Debitkarte

Das ist aber noch nicht alles. In wenigen Monaten startet BitGold ein Bezahlsystem für Online Shops und herkömmliche Läden. Damit kann der Kunde seine Einkäufe in Gold tätigen. Digitial lässt sich das Gold ja problemlos in kleinste Beträge „teilen“. Eine Debitkarte mit welcher man an gängigen POS-Terminals bezahlen kann, hat BitGold bereits im Angebot.

The Unbanked

BitGold setzt auf die Milliarden von Menschen, die noch kein Bankkonto, aber Internet und ein Smartphone haben. Und natürlich auf Remittance, also den Money Transfer-Bereich. Will man Geld überweisen, bezahlt man bei PayPal ca. 3.6% an Gebühr, weltweit sind es sogar 7,6% im Durchschnitt. Das neue Gold basierte Bezahlsystem soll wesentlich günstiger sein. Momentan ist es sogar gratis, wenn sich zwei Kunden innerhalb des Systems Gold überweisen. Beim Kauf von Gold werden 1% Gebühren verrechnet, beim Verkaufen von Gold auch wieder 1%. Also kommt man auf Total 2%. Dies ist günstiger als bei Goldmünzen, aber teurer als Gold-ETF. Wobei bei ETFs ja noch jährliche Debotgebühren usw anfallen.

BitGold wächst rasant. Seit nicht einmal 9 Monaten ist Bitgold auf dem Markt, aber das kleine Unternehmen mit 50 Festangestellten kann bereits über 450’000 Kunden vorweisen, die für knapp 16 Millionen Gold gekauft haben. Damit ist BitGold eines der schnellstwachsenden Unternehmen überhaupt! Ever.

Fazit

Ob sich das Bezahlsystem wirklich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz ist gross, Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay, um nur einige der grossen Player zu nennen, werden bald den Markt erobern. Aber als Sparoption oder Geld Überweisungstool sehe ich ganz grosse Chancen. Insbesondere für Menschen, die in Ländern mit hoher Inflation wohnen, ist das digital handelbare Gold eine gute Alternative. Ja, vielleicht ist dies die Erfindung des Jahrzehnts und schafft es, Milliarden von Menschen ohne Bankkonto an die Weltwirtschaft anzuschliessen. Vielleicht ist BitGold das, was Bitcoin immer sein wollte: Digitales Gold. Nur das bei BitGold das Gold wirklich physisch vorhanden ist.

 

Screenshot #1 – Zahlungsmöglichkeiten für den Goldkauf

Gold kaufen

Screenshot #2 – Wahl des Tresorstandortes

Gold kaufen Standort Tresor
Anmerkung: Wer mit Bitcoin Gold kaufen möchte, hat für diesen expliziten Kauf nur Dubai als Standort des Tresors zur Auswahl zur Verfügung. Angeblich aus administrativen Gründen. Wer via SEPA Gold kauft, kann u.a. auch Zürich als Tresor-Standort auswählen.

 

By Christian Mäder

Publisher and Founder >> Christian Mäder auf LinkedIn

2 thoughts on “BitGold: Gold kaufen und damit einen Kafi bezahlen”
  1. Wir haben hier also eine virtuelle Währung die durch physisches Gold gedeckt ist das irgendwo auf der Welt liegt und angeblich nur mir gehört.
    Tatsächlich besteht hier wie bei jeder anderen klassischen Währung das Risiko das die Firma pleite geht, betrügt, Behörden das Gold konfiszieren oder die Vorräte einfrieren.
    Nach finanzieller Unabhängigkeit klingt das für mich nicht.
    Ist das gleiche wie die Brüder von Vaultoro anbieten.
    Diese virtuellen Währungen sind nur solange stabil wie die zentralen Firmen dahinter liefern können.

    Sinnvoller sind meiner Meinung nach CFD Lösungen wie bitGold von BitShares, das mit mindestens 175% durch BitShares Token gedeckt ist und wo niemand den Stöpsel ziehen kann weil es komplett dezentralisiert ist.

    Grüße

    1. Hallo Tina

      Danke für deine Ergänzung. Mit dieser Analyse hast du m.E. absolut recht. Nur: Wenn man den Goldkurs mit den gängigen Währungen vergleicht, über die letzten Jahrzehnte hinweg, dann gewinnt meistens das Gold. Der grosse Vorteil von BitGold im Vergleich zu Bitcoin: Der Goldkurs ist nicht so volatil. Und der grosse Nachteil ist, wie du erwähnst, das Vertrauen in die involvierten Firmen, das Gesetz. Zudem läuft bei BitGold jede Überweisung über einen zentralen Server. Bei Bitcoin nicht, wenn, dann könnte man die Blockchain als „Drittpartei“ betrachten. Aber auch der Wert des Bitcoin ist Abhängig von Vertrauen, Vertrauen in die Technologie, in die Implementierung kryptologischer Software. Immerhin „besitzt“ man bei Bitcoin als aleiniger Inhaber des Privatekeys die vollste Kontrolle über den Coinbestand der Wallets, mathematisch betrachtet.

      Wie BitGold und KPMG bestätigten, hat BitGold gar kein Zugriff auf das Gold. Bei einem allfäligen Konkurs werden die Goldbestände der Kunden nicht mit der Konkursmasse veräussert, sie gehören dem Kunden.

      CFDs kenne ich als Techie nicht, werde mich aber gerne mal damit befassen. Aber auch die CFDs haben Schwächen, insbesondere in Black Swan-Szenarien, die du ja ansprichst. Als konkretes Beispiel seien hier die Fälle vor ziemlich genau einem Jahr angemerkt, als die gesetzten Stop Loss-Aufträge nicht funktionierten, als die Schweizer Nationalbank den Euro-Mindestukurs urplötzlich aufgehoben hat. Wenn ein CFD Herausgeber für solche Situationen haftet, dann sind CFDs wirklich eine Alternative oder eine gute Sache, um andere Positionen auf einfache Art zu hedgen.

      Ich sehe in BitGold Potential, trotzallem.

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