Fr. Jul 1st, 2022

Bitcoin ist mit seiner unterliegenden Blockchain-Technologie seit einigen Jahren die grosse Hoffnung der Finanzindustrie. Doch entgegen aller Erwartungen entwickelte sich die erste Kryptowährung noch nicht zum allseits verbreiteten Zahlungsmittel. Im Gegenteil – eher sinkt die Anzahl der Optionen, wo sie verwendet werden kann. Auffällig ist zudem: Die einst unter viel Aufmerksamkeit aufgestellten Bitcoin ATMs gibt es zum Grossteil nicht mehr oder sie finden kaum Beachtung. Warum eigentlich?

Gesamtzahl steigend – bleibt der Boom dennoch aus?

Einfach einmal Cash in Form von Bitcoin aus dem Automaten ziehen – wer das in der Schweiz machen möchte, hat dafür immerhin einige Möglichkeiten zur Verfügung. Dabei ist zu betonen, dass es sich bei den sogenannten ATMs natürlich nicht um herkömmliche Bankautomaten handelt, die den Nutzer mit dessen Bankkonto verbinden. Vielmehr kann der Kunde mit seiner Fiatwährung direkt von einer Kryptobörse einkaufen. Ein weiterer hilfreicher Faktor besteht darin, dass das Angebot längst weit über Bitcoin hinausgeht. Auch Ether und Litecoin sind zwei Währungen, die immer wieder in den Automaten zu finden sind. 137 Bitcoin ATMs sind schweizweit verteilt aufgestellt, die meisten von ihnen mit 30 in und um Zürich. Kein Wunder eigentlich, ist doch in der Schweiz das längst weltberühmte Kryptovalley in Zug beheimatet. Kurioserweise gibt es in dieser Stadt nur insgesamt vier Optionen, digitale Coins in physischer Form abzuheben. Wie eine Analyse von Statista zeigt, ist die Gesamtzahl der Geldautomaten für Kryptowährungen in den letzten fünf Jahren deutlich ansteigend. Lag die Anzahl der weltweiten ATMs 2016 noch bei 505, so stieg die Anzahl bis ins Jahr 2021 (Stichtag war jeweils der 1. Januar) auf 13.882 an. Dass man davon hier nicht viel merkt, hat einen klaren Grund. Knapp 92 Prozent aller Automaten – und damit exakt 12.748 Exemplare – stehen auf dem Boden der USA, gefolgt vom Nachbarland Kanada.

Dass Bitcoins kaufen in der Schweiz dennoch überall online möglich ist, kann für Nutzer einen klaren Vorteil darstellen. Im Alltag entscheiden sich viele dazu, statt physischen Bitcoins auf CFDs zu setzen. Diese haben den Vorteil, dass sie nicht aufwändig in Wallets verwahrt werden und sind deshalb deutlich einsteigerfreundlicher. Ohnehin bieten nur die wenigsten Geschäfte des täglichen Bedarfs den Kauf von Produkten mit Kryptowährungen an. In vielen Ländern Europas herrscht deshalb gähnende Leere, was die vermeintlich so fortschrittliche Kryptowährung angeht.

Expertenmeinung: Es bleibt bei Spekulation

Die Experten vermuten, dass Bitcoin und Co. in absehbarer Zeit nicht zu Währungen für den Alltag werden, die Euro, US-Dollar oder das britische Pfund ersetzen werden. Es würde ansich schon eine lange Zeit dauern, ehe eine solche Entscheidung überhaupt getroffen werden könne. Andererseits haben sich die Kryptowährungen zu Spekulationsobjekten entwickelt. Das zeigt auch der Umgang bekannter Persönlichkeiten aus der Tech-Branche mit dem Thema, allen voran Dogecoin-Enthusiast Elon Musk. Doch immerhin gibt es hier nach wie vor viele Gründe, ein kommendes Investment zu planen bzw. das vorhandene auszuweiten. So soll der Bitcoin Preis steigen und das deutlich. Von Beträgen um 250.000 US-Dollar pro Coin ist bei einigen Experten die Rede. Bis ins Jahr 2025 könne gar die Millionen-Marke in Angriff genommen werden. Bei so viel Euphorie ist es dann letztlich schon zu vernachlässigen, ob es in der Schweiz einen Automaten mehr oder weniger gibt. Dem Internet sei Dank.

Foto CC0 Public Domain via Unsplash

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