So. Dez 5th, 2021

„Eine Strom-Mangellage ist neben der Pandemie die grösste Gefahr für die Versorgung der Schweiz“, sagt Parmelin in einem Video. Dieses ist auf der Webseite der Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen (Ostral) aufgeschaltet. Über die Kampagne berichteten die „NZZ am Sonntag“ und Schweizer Radio SRF sowie weitere Medien in den letzen Wochen intensiv.

Führt der Weg dorthin nur über eine intelligente Revision des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes? Nein, denn bereits das aktuelle Gesetz lässt schon heute eine signifikante Stärkung der Stromversorgung der Schweiz zu. So können innovative Konzepte wie „Energeek®, das Solarpanel mit Mietertrag “ von allen genutzt werden. Damit kann ohne eigenes Dach oder Immobilie die Energiewende vorantreiben werden. Zudem wird gleichzeitig passives Einkommen in Form von Mieteinnahmen für die Eigentümer der Solarpanels generiert. Dies kann ab nur einem (1) Solarpanel im Wert von gut CHF 900 bis zu CHF 2’500 erfolgen. Und je nach Projekt können bis zu mehreren 100 Solar Panels online bestellt werden. Die Mieteinnahmen pro Jahr liegen bei gut CHF 50 bis CHF 150 pro Jahr. Und dies während bis zu 30 Jahren. Die Eigentümer können zudem Ihre Panels jederzeit weiterverkaufen, verschenken oder vererben.

Weltweit steigen die Preise für fossile Energieträger. Die Stromengpass-Szenarien des Bundes sind als Folge des fehlenden Stromabkommens mit der EU deklariert worden und führen zu viel Aufregung in Politik und Medien. Diese Entwicklungen unterstreichen im Grunde genommen genau, wie wichtig der entschiedene und rasche Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz ist. Die Energieversorgung der Zukunft kann ausschliesliche mit neuen Erneurbaren sichergestellt werden, zudem die Klimaziele erreicht und gleichzeitig mehr Unabhängigkeit von Energieimporten erlangt werden. Wie das technisch geht wird von verschiedenen nahmhaften Akteuren detailliert dargelegt. Eines der beste Beispiele ist von Prof. Gunzinger mit seinem Buch, Kraftwerk Schweiz – erschienen bereits 2015.

«Statt jährlich um die 15 Milliarden Franken für importierte, nicht erneuerbare Energie auszugeben, investieren wir das Geld besser in neue Technologien.»

Anton Gunzinger 2015

„and action“ vorbereiten und tun

„Mit Strom-Mangellage ist gemeint, dass wochen- oder gar monatelang zu wenig Strom zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass Fabriken weniger oder gar nicht produzieren können, Behörden und Dienstleistungsunternehmen wie Banken ihr Angebot verkleinern oder pausieren oder vom Strom abhängige Transportmittel wie Bahnen oder Trams nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr fahren können.“

Die Pandemie hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, sich so gut wie möglich auf Krisen vorzubereiten, sagte Parmelin. Sollte der Strom knapp werden, sei die Schweiz auf die Unterstützung aller Stromkunden angewiesen, sagte er an die Adresse der Unternehmen.

Lösungen für Unternehmen und Private stehen bereit

Unternehmen mit eigenen Immobilien haben die Möglichkeit, sich als autarker Energie Produzent mit eigenem Strom- und Wärmeverbrauch auf die Strommangellage vorzubereiten. Indem diese ein eigenes, fremd finanziertes oder auch gemietetes cleantech Solar System mit Photovoltaik auf Dächern, Fassaden oder SolarTrackern (Parkplätzen), Kleinwindanlagen welche grösstenteils bewilligungsfrei/-arm aufgestellt werden dürfen, Biomassesysteme oder Kleinwasserkraftwerk bei Unternehmen an Flüssen, installieren lassen. Dies macht selbstredent nur Sinn, wenn gleichzeitig der Energiespeicher mit Batterien wie LiIo, Salzwasser oder Wasserstroff mit integriert wird. Ergänzend kann zudem viel Energie gespart werden, wenn anstelle von öl- oder Gas-Heizungen eine Wärmepumpe installiert wird. Diese braucht zwar Strom, aber wenn eine Strommangellage eintritt, wird sehr warscheinlich der öl- oder Gaspreis auch stark steigen oder es wird auch ein Engpass bei der Lieferung geben.

Die Kampagne der Ostral startete am 30. September, wie Patrick Rötheli, Leiter Geschäftsstelle Energie des Bundesamtes für Wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Dazu gehört ein Informationsbrief an die rund 30’000 Strom-Grossverbraucher, über den die „NZZ am Sonntag“ berichtete und der zurzeit verschickt wird.

Brief vom Verteilnetzbetreiber

Die rund 700 Verteilnetzbetreiber fordern Betriebe mit einem Verbrauch von jährlich über 100’000 Kilowattstunden Strom auf, sich auf eine mögliche Kontingentierung des Stroms vorzubereiten. Sie müssten ihren Verbrauch um einen gewissen Prozentsatz drosseln, abhängig von der Lage, wie Rötheli sagt.

Der Bundesrat kann in Mangellagen Vorschriften zum Stromverbrauch und zum Stromsparen machen. Aber nur für vom EW bezogenen Strom, nicht für selber produzierten Strom von der eigenen Immobilie. Zunächst gäbe es allerdings Aufrufe zum freiwilligen Sparen. „Bleibt die Situation aber schwierig, könnte es Verbrauchseinschränkungen geben“, sagt Rötheli. Beispielsweise würden dann Saunas oder Skilifte stillgelegt.

Wenn auch Verzicht in der Freizeit zu wenig bewirkt, könnte als nächste Stufe der Strom für Grossverbraucher kontingentiert werden. „Diese Unternehmen werden deshalb aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie ein gewisser Prozentsatz an Strom eingespart und der Betrieb dennoch teilweise weiterlaufen könnte“, sagt Rötheli.

„CES Cleantech Energy Systems berichtete bereits im November 2020 über die drohende Strommangellage und bietet zudem hoch innovative Technologien und Konzepte für die eigene erneuerbare Stromproduktion an.“

Abgestufter Plan

Ziel des abgestuften Planes ist es laut Rötheli, in einer Strom-Mangellage „rollierende Netzabschaltungen so lange wie möglich zu verhindern“. Diese würden dann alle Stromverbraucher treffen. Nicht aber diejenigen, welche ein eigenes Stromproduzierendes System haben. Die sind bis zu 100 % autark.

Die Ostral in ihrer heutigen Form gibt es seit 2011, wie sie auf ihrer Webseite schreibt. Sie ist eine Kommission des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) und untersteht der wirtschaftlichen Landesversorgung des Bundes. Hervorgegangen ist die Ostral aus der „Kriegsorganisation der Elektrizitätswerke“ (KOEW).

Gibt es nicht mindestens auf technischer Ebene Fortschritte, könnte die Schweiz wegen des fehlenden Stromabkommens mit der EU ab 2025 ein Problem mit der Strom-Versorgungssicherheit bekommen, vor allem im Winter. So steht es in einem von drei Szenarien in einem Bericht, den der Bundesrat am Mittwoch zur Kenntnis genommen hat.

Neue Vorgabe ab Ende 2025

Ab Ende 2025 müssen europäische Netzbetreiber 70 Prozent der für den grenzüberschreitenden Handel bedeutenden Kapazitäten für diesen freihalten. Diese 70-Prozent-Regel könnte die Importkapazitäten der Schweiz einschränken.

Im Bericht wurde untersucht, welches die Folgen davon für die Schweiz sind, mit einem Stromabkommen, mit mindestens technischen Vereinbarungen mit den Nachbarländern oder beim Verzicht auf eine Zusammenarbeit mit der EU. Ohne die Kooperation würde die Lage spätestens im März kritisch, heisst es im Bericht.

Das Stromabkommen mit der EU liegt seit 2018 auf Eis. Dass der Bundesrat Ende Mai die Verhandlungen mit der EU über ein institutionelles Rahmenabkommen abbrach, dürfte die Chancen auf ein Abkommen nicht verbessert haben.

Mit einer Revision des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes will der Bundesrat die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien erhöhen. Die Botschaft hat er im Sommer dem Parlament übergeben. Darin enthalten ist auch eine verbesserte Stromversorgung im Winter.

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