Do. Okt 21st, 2021

Der Handel mit Kryptowährungen ist nicht nur ein profitbringendes Geschäft, er hat auch ein großes Suchtpotential. Ständig muss das Smartphone geprüft werden. Andauernd wird auf den PC gestarrt. Die Kurse müssen beobachtet werden. Aus diesem Grund gibt es in Schottland nun die erste Klinik für Menschen mit Krypto-Sucht: das Castle Craig.

Eine Sucht bildet sich häufig durch den dopaminaufbauenden Gewinn, der beim Traden erzielt wird. Dieses gute Gefühl versuchen Trader immer wieder zu erleben, auch wenn es klüger wäre nicht zu investieren. Ein Süchtiger wird dadurch auf Langzeit nur Verluste machen. Das kann in Extremfällen zu Isolation von der Außenwelt, Drogenkonsum und sogar bis zu Selbstmordversuchen führen. Wird Süchtigen die Möglichkeit für die Überprüfung der Kurse genommen, so brechen sie in Angst aus. Oft tritt dieses Phänomen in Kombination mit Schweißausbrüchen oder Panikattacken auf. Unter anderem aus diesem Grund hat sich die Anzahl der Personen, die sich einweisen lassen wollen, vor kurzem verzehnfacht.

Anthony Marini ist ein Therapeut, der für die Suchtklinik Castle Craig arbeitet. Er behandelt seit 2017 Patienten, die Krypto-Handel betrieben und behauptet von sich, der erste gewesen zu sein, der die Ähnlichkeit zwischen Glücksspiel und dem Handel mit Bitcoin, Ethereum oder anderen Kryptowährungen beobachtet hat. Die Maßnahmen, die er in der Suchtklinik verwendet, mögen auf die Patienten wie eine Bestrafung wirken, jedoch soll die Wirkung dieser helfen von der Sucht loszukommen. Die Nutzung des Telefons ist ein mal pro Woche für zwei Stunden gestattet.

Andere Wissenschaftler kritisieren Marinis Denkweise über Kryptohandel. Dylan Kerr aus Thailand sieht eine Ähnlichkeit zum Glücksspiel, aber findet trotzdem, dass man es nicht zu sehr vereinfachen sollte. Laut ihm überwiegen die Unterschiede. Der Kryptohandel ist im Gegensatz zu Glücksspiel jederzeit verfügbar. Der Druck von sozialen Medien auf Kryptohändler ist außerdem auch viel größer als bei Glücksspiel-Süchtigen. Die Händler werden vom Gefühl verfolgt, dass sie nicht zur richtigen Zeit investiert haben und machen sich deshalb Vorwürfe.

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