Sa. Sep 18th, 2021

Der ein oder andere Anleger bezieht sich auf das so genannte „Papier-Gold“, wenn er eigentlich Gold-Derivate meint. Diese stehen im starken Kontrast zu hartem Gold, also Gold, das physikalisch vorhanden ist. Dazu zählen Barren, Münzen und Schmuck. Die Finanzwirtschaft hat sich auch hier eine alternative Lösung einfallen lassen und bietet Produkte im Zusammenhang mit Gold in Form von Derivaten an. In der Finanzwelt ist ein Derivat ein Vertrag, dessen Wert sich von der Entwicklung eines Basiswerts ableitet. Dieser Basiswert kann ein Vermögenswert, ein Index oder ein Zinssatz sein und wird oft einfach als „Basiswert“ bezeichnet. Hier ist der Basiswert also Gold.

Was hat es eigentlich mit dem Begriff „Papier-Gold“ auf sich?

Gold ist schon seit langer Zeit kein Rohstoff mehr, denn dazu müsste er verbraucht werden, was heute nicht mehr der Fall ist. Wenn es in Einsatz kommt, wird es allenfalls kurzzeitig verwendet und in den meisten Fällen wiederverwertet. Das ist der Grund, warum es für Gold relativ viele Kontrakte gibt, das „Papier-Gold“. Der Bedarf ist gross und viele Finanzinstitute sind dazu übergegangen, Optionen und andere Finanzprodukte auf Gold zu kaufen. Ein weitere Grund für die Investition in Gold-Derivate ist der, dass die Lagerhaltung von echtem Gold relativ kostspielig ist.

Sind alle Gold-Finanzprodukte durch physikalisches Gold gedeckt?

Dazu liegen keine näheren Informationen vor. Vorsichtigen Expertenschätzungen zu Folge, sind nur etwa ein Viertel aller virtuellen Gold-Finanzprodukte der Broker durch echte Gold-Einlagen gedeckt. Es kann sogar passieren, dass sich die Banken noch nicht einmal mit dem vom Kunden gekauften Gold eindecken. Das bekannteste Beispiel hierfür ist sicherlich die Investment-Bank Morgan Stanley, die ihren Kunden jahrzentelang Lagergebühren für Gold in Rechnung gestellt hatte, für Gold, das nie eingekauft wurde.

Problematisch ist zudem, dass es im Handel mit Edelmetallen viele schwarze Schafe gibt. Selbst wenn Sie die Goldbarren zu Gesicht bekommen, ist es als Laie schwierig zu erkennen, ob diese auch echt sind. Man müsste diese schon von Experten untersuchen lassen, um alle Zweifel aus dem Weg zu räumen.

Fiktives Gold

Manchmal machen sich die Goldhändler nicht einmal die Mühe, das von Kunden gekaufte Gold auch tatsächlich einzukaufen. Ziemlich dreist ist das Beispiel der Bank Morgan Stanley, welche sage und schreibe 21 Jahre lang den Kunden Gebühren für die Lagerung von Gold verrechnete. Gold das nicht existierte; zumindest nicht in deren Tresoren.

 

Fazit:

Gold ist nach wie vor eine sichere Anlage, doch der Handel damit findet in London oder Frankfurt statt. Dabei liegen die physikalischen Goldbarren in Schweiz, Dubai und den USA in den Tresoren verschiedener Finanzinstitute. Oder eben in den Katakomben der Zentralbanken weltweit. Hier führt die USA die Liste an, gefolgt von Deutschland, Italien und Frankreich.

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