Google spart enorme Kosten und daher drängt sich die Frage auf: Rettet Homeoffice Unternehmen durch die Pandemie? Homeoffice ist das „new normal“ in der Arbeitswelt. Schon vor der Corona-Pandemie setzten immer mehr Unternehmen auf flexible mobile Arbeitszeiten. Dass Homeoffice auch für enorme Einsparungen sorgen kann, zeigt der erste Quartalsbericht der Google-Mutter Alphabet.

Google Alphabet spart durch Homeoffice-Regeln

Alphabet konnte im ersten Quartal 2021 fast 270 Millionen US-Dollar einsparen – das liegt auch an der weitreichenden Heimarbeit der Mitarbeitenden. Die Zahlen ergeben sich aus einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC.

Rechnet man dieses Ergebnis auf das Jahr hoch, ergäbe sich eine Ersparnis von über eine Milliarde Dollar. Das Ziel ist durchaus realistisch, denn bereits 2020 lag die Ersparnis bei Alphabet bei 1,4 Milliarden Dollar. Kann dann nicht einfach jedes Unternehmen von Homeoffice profitieren?

Homeoffice als Heilsbringer?

So simpel ist die Umsetzung dann doch nicht. Die Ersparnisse bei Google beziehen sich unter anderem auf nicht erfolgte Business-Reisen und entfallene Messen. Ob auch andere Ausgaben wie Kosten für Immobilien zu den guten Zahlen geführt haben, ist nicht bekannt. Theoretisch könne Google dieses Quartalsziel also auch mit Mitarbeitenden vor Ort erzielen. Arbeitsmarktexperten gehen davon aus, dass auch nach der Pandemie Geschäftsreisen stark reduziert und durch Videokonferenzen ersetzt werden. Kleinere Messen und Events könnten ebenfalls durch Online-Veranstaltungen abgebildet werden.

Start-up Kultur versus Homeoffice

Start-ups lassen sich von der Arbeitskultur von Google und Co. inspirieren. Feierabendbier, Kicker, Yoga-Stunde in der Mittagspause und Firmenevents sind Teil der Unternehmens-Identität. Dieses Angebot zieht viele jüngere Arbeitnehmer an. Verbleiben Angestellte zunehmend im Homeoffice fällt dieses „Flair“ weg. Google hat diese Arbeitskultur im Silicon Valley geprägt.

Daher verwundert es nicht, dass Google seine Mitarbeitenden so schnell es geht, wieder im Büro sehen möchte – trotz der hohen Ersparnisse. Laut Ruth Porat, Finanzchefin bei Google Alphabet, würde an einem Hybrid-Modell gearbeitet. Büros sollten demnach weniger dicht besetzt sein. Mitarbeitende können zwischen Homeoffice und Präsenzzeit wechseln. Das neue Modell kann aber auch darauf hinweisen, dass sich Google räumlich ausbreitet und neue Offices anmietet.

Über Google Alphabet
Alphabet wurde im Jahr 2015 von Google gegründet und beinhaltet alle Unternehmen, die davor unter der Marke angesiedelt waren. Google selbst ist eine hundertprozentige Tochter von Alphabet.