Ein ganz wesentlicher Punkt von Digitalen Währungen ist das verifizieren von Transaktionen. Welcher Mechanismus verifiziert Transaktionen und schreibt die gültigen in die Blockchain? Bei Bitcoin ist das jeweils derjenige Computer, welcher die Rechenaufgabe am schnellsten löst. Rechnungen lösen ist Arbeit und deshalt heisst dieser Mechanismus Proof of Work. Doch wie wir alle wissen, viel (Rechen)Arbeit verbraucht Energie. In Zukunft sollen darum neue Mechanismen zum Einsatz kommen, unter anderem wird bei Ethereum 2.0 ein sogenannter Proof of Stake-Mechanismus eingesetzt werden. Und neu experimentiert die digitale Währung Chia mit dem sogenannten Proof of Space and Time-Mechanismus.

Die Schaffung von neuen Coins und das Verifizieren von Transaktionen im Chia Netzwerk werden also durch den Einbezug von freiem Festplattenspeicher und einem Abstimmungs- und Konsensmechanismus gelöst. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht einfach eine zentrale Instanz willkürlich Transaktionen in die Datenbank schreiben kann, da Ressourcen und demokratische Elemente die Blockhain absichern.

Wie beim Bitcoin wird übrigens auch beim Chia das Angebot mit der Zeit verknappt. Zum Start sollen alle zehn Minuten 64 Chia-Coins erzeugt werden. Ab 2034 sollen es dann nur noch vier Chia-Coins alle zehn Minuten sein. Das Mainnet von Chia ist bereits live und wer möchte, kann sich auf Github den Chia Code herunterladen.

 

Wo kann man Chia kaufen?

Chia wird noch nicht auf einer der bekannten Bitcoin-Börsen gehandelt. Dennoch löste Chia bereits jetzt einen Riesenhype aus. So gross, dass durch Chia bereits die Preise für Festplatten in die Höhe schnellen. Wie verschiedene chinesische Webseiten berichten, decken sich chinesische Schürfer bereits mit HDDs und SSDs ein. Dies treibt die Preise nach oben: In Hongkong sollen die Preise für Massenspeicher bereits zwischen 26 und 77 US-Dollar nach oben geklettert sein.

Jiahe Jinwei, einer der grössten Hersteller in China, erklärte den Medien kürzlich, dass einige High-Performance-SSDs mit 1 und 2 Terabyte bereits ausverkauft wären.

Das Chia Netzwerk wird unter anderem von Bram Cohen etnwickelt, dem Erfinder von BitTorrent. Und der Hype ist gerade in den westlichen Medien riesig, seit der bekannte US-Wagniskapitalgeber und Investitionsfirma Andreessen Horowitz in Chia investiert hat. Und es ist in der Tat ziemlich spannend, denn eine neue Digitale Währung, welche weniger Energie verbraucht als Bitcoin, vieleicht noch schneller ist und dabei genau so sicher oder fast so sicher wie Bitcoin, wird gross rauskommen! Es wird immer spannender, rund um digitale Währungen.

So funktioniert Chia:

Im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Ethereum, die auf dem sogenannten Proof-of-Work-Konsensverfahren basieren, nutzt Chia ein Proof-of-Space-and-Time-Konsensverfahren.

  • Konsensverfahren: Damit wird bestimmt, wer den nächsten Block an die Blockchain anhängen darf.
  • Proof of Work: Hierbei wird in der Regel die Rechenpower von Grafikkarten oder speziellen ASIC-Maschinen genutzt, um ein mathematisches Rätsel (eine Aufgabenstellung) zu lösen, um vom Netzwerk ausgewählt zu werden, den nächsten Block an die Blockchain anhängen zu dürfen (Konsensverfahren).
  • Proof of Space and Time: Hier ist es entscheidend, wie viel Speicherkapazität ein Miner besitzt. Die wird in Relation zum Netzwerk und den anderen Teilnehmern gesetzt und anhand dessen der nächste Block vergeben.
  • Blöcke: Das sind Datensätze, die mithilfe einer Verschlüsselung miteinander verkettet sind (Blockchain, Blockkette). Die Datensätze bestehen dabei aus dem sogenannten Hashwert des vorangehenden Blocks, Zeitstempel und Transaktionsdaten.

Quellen: