Es wird immer mehr von Regulierung von Kryptowährungen gesprochen. Allerdings gibt es Bereiche, die vielleicht wichtiger sind. Beispielsweise fordert Foodwatch seit Jahren (erfolglos), die Regulierung von Agrarspekulation, also einer strengeren Kontorlle von Handel mit Futures auf Dinge wie Weizen oder Mais. Nur, dazu muss man sagen, es sind nicht bloss Banken die auf derartige Rohstoffe spekulieren. Gerade Farmer selber müssen beispielsweise Wasser vorab zu fizierten Preisen kaufen können. Nur so können diese dann die Planung machen und rentabel wirtschaften. Token werden den Handel von Rohstoffen erleichten, den Zugang jedem ermöglichen und die Digitalisierung wird den Handel damit fast kostenlos machen. Trotzdem oder gerade deswegen ist es vielleicht mal interessant zu lesen, was genau das Anliegen von Foodwatch ist:

Wird Essen teurer, entsteht Hunger. Finanzmarktspekulationen mit Nahrungsmitteln sind daher unverantwortlich: Durch Wetten auf die Preisentwicklung von Agrar-Rohstoffen wie Mais oder Weizen treiben Investmentbanken die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe. Sie sind mitschuldig an der Hungerkrise der Welt. Ein Problem, das uns alle angeht: Für die Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino setzen Banken Geld ein, das wir in Lebensversicherungen oder Pensionsfonds investieren.

Das ist der Stand

Die internationale Politik schaut dem Treiben der Investmentbanken hilflos zu. Es gibt bislang keine effektive Regulierung der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die Finanzmarktrichtlinie MiFID 2 sollte das Treiben an den Märkten eindämmen durch sogenannte Positionslimits, also eine Begrenzung der Anzahl spekulativer Kontrakte. Allerdings sollen die Limits nicht von einer zentralen europäischen Aufsichtsbehörde, sondern von jedem EU-Staat selbst bestimmt werden. Dadurch ist ein Standortwettbewerb der Finanzplätze um die laxeren Limits programmiert. Die Richtlinie ist somit nicht geeignet, die exzessive Spekulation einzudämmen.

Das fordert foodwatch

foodwatch hat die europäische Politik aufgefordert, folgende Regulierungsmassnahmen durchzusetzen:

  • Wirksame Positionslimits: Der rein spekulative Handel mit Rohstoff-Futures muss begrenzt werden. Die Limits sollten zentral von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) festgelegt werden.

  • Ausschluss institutioneller Anleger wie Versicherungen vom Rohstoffgeschäft

  • Verbot von Publikumsfonds und Zertifikaten für Rohstoffe

Fazit:

Die Forderungen von Foodwatch sind ziemlich vage Formuliert und damit unseriös. Wahrscheinlich will Foodwatch nicht, dass grosse Hedge Fonds mit essbaren Rohstoffen spekulieren. So etwas könnte man vielleicht erreichen. Was aber eine sinnvollere Formulierung wäre, wäre die Forderung nach mehr Transparenz. Defintiv schwachsinnig ist die Forderung vom Ausschluss von institutionellen Investoren. Denn gerade Farmer brauchen alle Investoren, da die Geräte teuer sind und dafür Kredite aufgenommen werden müssen. Und nicht zuletzt sind Finanzintstrumente auch genau die Hebel, welche dem Staat ermöglichen, korrigierend in den Markt einzugreifen. Gut ist allerdings, die Spekulation auf Lebensmittelpreise und Versorgung moralisch zu hinterfragen und es ist zu wünschen, dass hier ein Diskurs entsteht und damit vielleicht einen Konsens, eine Ethik gefunden wird (u.a. Schaffung von Standards wie ISO usw.). Für die Politiker gilt hier, nicht irgendwelche Verbote zu erlassen, sondern ebendiese Standards zu definieren, die so genial und frei von administrativen Aufwand sind, dass die Marktteilnehmenden diese freiwillig adaptieren. Vielleicht ist gerade die Token Economy die längst fällige Befreiung für einen freien, transparenten und damit fairen Markt.