Die weltweit größte Kryptowährung feiert dieses Jahr ihren 11. Geburtstag. Wie, so lange ist der Boom schon her? Ja, die Zeit vergeht schnell. Die Erwartungen, die den Anlegern der ersten Stunde auf dem Herzen lagen, haben sich jedoch vermutlich (noch) nicht alle erfüllt. Die Blockchain gehört im Jahr 2020 eben nicht zu den normalen Alltags-Zahlungsmitteln, sondern nimmt weiterhin nur eine Nische für sich ein. Aber immerhin wächst diese Nische beharrlich.

Shopping im Bitcoinkiez: Berlin prescht voran

Wertaufbewahrung oder Zahlungsmittel? Diese Frage treibt wohl jeden um, der sich auch nur ein bisschen mit dem Bitcoin beschäftigt. Viele Anleger entscheiden sich für eine Art Doppelstrategie: Sie nutzen die Blockchain als Rendite-Objekt, sehen aber nicht davon ab, hin und wieder für eine Shopping-Tour zum Wallet zu greifen. Letzteres ist nicht nur im Internet möglich, wie viele vielleicht denken. Auch einige stationäre Geschäfte und Gastronomien nehmen Bitcoins an, ebenso wie verschieden Online-Shops und sogar Fluggesellschaften. In Deutschland lässt sich in diesem Zusammenhang noch nicht von einer breiten Akzeptanz sprechen, doch immerhin hat sich in der Hauptstadt Berlin bereits ein „Bitcoinkiez“ gebildet, ein Teil der Stadt also, der in zahlreichen Läden die Möglichkeit eröffnet, die Rechnungen mit Bitcoin zu begleichen. Der Bezahlvorgang stellt mit der entsprechenden mobilen App überhaupt kein Problem dar, er ähnelt dem simplen Ablauf einer Kartenzahlung. Sogar in einer einfachen Buchhandlung wie dem „Otherland“ funktioniert das tadellos.

Krypto-Revolution in der Casinobranche?

Auch in der Branche der Online Casinos und Wettanbieter ist die Kryptowährung inzwischen angekommen. Nicht viele, wohl aber eine Hand voll virtueller Spielbanken erlauben es ihren Nutzern, mithilfe von Bitcoin Einzahlungen zu tätigen oder aber mit eigenen Kryptozahlungsmitteln zu wetten. Bei anderen Online Wettanbieter wie Betway Sportwetten wurden 2018 sogar Wetten angenommen, welches Unternehmen wohl als Nächstes Bitcoin & Co. als Zahlungsmittel akzeptiert. Damals standen bei der Fast-Food-Kette McDonald’s die Odds besonders hoch. Bis auf diesen Tag hat sich diese Prognose allerdings nicht flächendeckend bewahrheitet, für McRib & Co. wird auch heute noch konservatives Bar- oder Buchgeld verlangt.

Die Bitcoin-Kreditkarte: eine interessante Option

Vielleicht wird die Bitcoin-Kreditkarte demnächst noch mehr Schwung in diese Sache bringen. Die meisten dieser Angebote entstehen im Zusammenspiel mit MasterCard oder Visa, also bekannten und seriösen Systemen. Die Konditionen sind unterschiedlich gestaltet, darum sollten sich potentielle Nutzer vorher gründlich informieren und Vergleiche ziehen, um sich die beste Offerte herauszupicken. In einigen Fällen besteht die Möglichkeit, das Wallet direkt zur Kreditkarte umzufunktionieren, ohne den Umweg über die erwähnten Anbieter. Auch diese Idee ist gut und gern einen Blick wert, eröffnet sie doch die Option, direkt mit Bitcoin zu zahlen und dafür nicht einmal mehr eine App nutzen zu müssen. Allerdings geschieht die Verwaltung der Kreditkarte im Hintergrund doch noch über ein Programm, das eine Art Online-Konto enthält. So behält der User stets die Übersicht über seine Transaktionen, auf eine ganz gewohnte Weise wie beim Online-Banking.

Diese Firmen und Organisationen ebnen der Blockchain den Weg

Wer suchet, der findet: Im Internet sind eine ganze Reihe von Geschäften gelistet, die Bitcoin-Zahlungen akzeptieren. Dazu gehören Marktgrößen wie Rakuten und Mozilla, aber auch die Umweltorganisation Greenpeace und die Reiseplattform Expedia. Der Geschenke-Online-Händler 1-800-flowers.com reiht sich in diese Liste mit ein, ebenso wie die lettische Airline airBaltic. Auch die Konkurrenz aus Japan schläft nicht: Bei der japanischen Fluggesellschaft Peach gibt es ebenfalls Flugtickets gegen Blockchain zu erwerben. Die Lufthansa Industry Solutions gründete vor einigen Jahren die Initiative „Blockchain for Aviation“, um herauszufinden, ob sich Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum auf dem Luftfahrt-Sektor bewähren können und auch, um nebenbei verbindliche Standards zu erarbeiten. Die Potentiale des Bitcoins und anderer Blockchain-Zahlungsmittel sollen nach Strich und Faden ausgelotet werden, und zwar nicht nur von Luftverkehrsexperten, sondern auch von Logistikern, Software-Entwicklern, Leasinggebern und anderen möglichen Teilnehmern. Mal sehen, was schlussendlich dabei herauskommt.

Lufthansa

Nach elf Jahren steht der Bitcoin womöglich noch ganz am Anfang seiner Entwicklung, was die gesellschaftliche und wirtschaftliche Akzeptanz betrifft. Doch die Chancen stehen gut, dass er auch in Zukunft eine nicht unbedeutende Rolle spielt, in Konkurrenz zu anderen Kryptowährungen sowie neuen und alten Zahlungsmitteln