Nach illegalen Abhebungen an Bitcoin-Automaten ermittelte die Polizei in Hongkong. Mittlerweile nahmen ihre Fahnder drei Tatverdächtige fest. Sie sollen in kurzer Zeit grosse Summen erbeutet haben.

Laut Angaben der bedeutenden „South China Morning Post“ (SCMP) nahm die Polizei in der zu China gehörenden Metropole drei Männer fest. Dieses Trio soll für den Diebstahl von 226’000 Hongkong Dollar, die aus unterschiedlichen Bitcoin-Automaten stammten, verantwortlich sein. Nach Angaben der Tageszeitung, die am 15. August über die Geschehnisse berichtete, sind die Tatverdächtigen zwischen 26 und 55 Jahre alt.

Die mutmasslichen Täter seien der Manipulation von insgesamt sechs Geldautomaten verdächtig, wodurch sie eine Summe erbeuteten, die zum aktuellen Wechselkurs rund 26’000 Euro oder 30’000 US-Dollar entspricht. Die Polizei in Hongkong vermutet, dass die Verdächtigen zu einer grösseren Gruppe von Kriminellen gehören. Es handele sich um „Kern-Mitglieder“ eines grösseren Syndikates.

Das Trio nutzte „Schlupflöcher“, um ohne Genehmigung grössere Mengen an Bargeld abzuheben, hiess es aus Polizeikreisen. Der Raubzug dauerte nur zwei Tage, wobei die Täter elf Transaktionen an den ATM-Geräten vornehmen konnten, bevor die Festnahme erfolgte. Die Verdächtigen wurden gefasst, nachdem zwei Krypto-Börsen die Fahnder über ungewöhnliche Aktivitäten informierten

Bei den Festnahmen konfiszierte die Polizei sechs Smartphones sowie einen Teil des abgehobenen Bargelds. Wilson Tam Wai-shun, der als Leiter der Abteilung für Cybersicherheit und IT-Kriminalität für die Polizei von Hongkong arbeitet, wollte keine weiteren Details zur Vorgehensweise der Tatverdächtigen offenbaren.

„Ich kann die exakten Schlupflöcher nicht enthüllen“

erzählt der Ermittler:

„Jede Bitcoin-Transaktion benötigt eine Verifizierung. Vielleicht umging das Trio diesen Prozess, bevor es das Geld an sich nahm“, erklärte der Abteilungsleiter gegenüber der Presse. Nach seinen Angaben informierten Ermittler die Betreiber der betroffenen Bitcoin-Geldautomaten, wobei die Polizisten zur Vermeidung möglicher Folgetaten offenbar auch Sicherheitstipps gaben.

Der Leiter der Polizeiabteilung geht daher davon aus, dass die Betreiber der Automaten ihre Geräte schnell updaten. Gegenüber der „South China Morning Post“ betonte Wai-shun zudem die Einzigartigkeit der Verbrechensserie. Der Polizist sprach sogar von einem „ersten Mal“.

Weltweit ist die Anzahl an Bitcoin-Geldautomaten bis Juni 2020 auf über 9’000 Einheiten gestiegen. Weil die Kryptowährung in diesem Jahr deutlich an Beliebtheit und Wert gewann, könnten die ATM-Geräte auch in Zukunft ein Ziel für Kriminelle sein. Es bleibt also abzuwarten, ob es weitere Fälle gibt.