Seit Anfang April kannte der Bitcoin-Preis nur eine Richtung: Nach oben. Gestern Nacht um 2 Uhr kam dann die Korrektur: Der Bitcoin-Preis fiel um satte 15% innert nur 15 Minuten; eine sehr merkwürdige Sache. Bis zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand genau erklären, was diesen Kurssturz ausgelöst hat.

In der Bitcoin-Welt gibt es eine ganz einfache Regel: Die Kurse fallen, wenn mehr Leute verkaufen als kaufen. Und das war definitiv der Fall gestern Nacht. Interessanterweise verkauften ziemlich viele Marktteilnehmer just zu einem Zeitpunkt, wo das Volumen generell ziemlich niedrig ist. Vielleicht war es die Absicht einiger weniger, den Bitcoinkurs ins Rutschen zu bringen? Allerdings ist es mittlerweile ziemlich schwierig, den Bitcoin-Kurs zu manipulieren. Dafür braucht es dann doch eine gut gefüllte Kriegskasse und mehrere Kunden-Accounts bei den unterschiedlichsten Bitcoin-Exchanges. Was hat also den Preissturz gestern Nacht ausgelöst? Wenn man in die Bitcoin Community auf Social Media rein hört, kann man bis jetzt keine Ursache für den aktuellen Bitcoin Crash feststellen. Im Gegenteil, viele verordnen den aktuellen Kurssturz als „gesunde Volatilität“ ein.

Coinbase Server in stürmischen Zeiten einmal mehr down:

Coinbase ist mittlerweile eine der erfolgreichsten Bitcoin-Börse weltweit. Die Coinbase Bitcoin Wallet haben Millionen von Menschen auf ihren Smartphones installiert und viele nutzen Coinbase auch, um Bitcoin zu kaufen und zu verkaufen. Coinbase ist so erfolgreich geworden, dass die Server in stürmischen Zeiten oft nicht mehr nachkommen. Immer dann, wenn an den Märkten hochbetrieb herrscht, sind Coinbase-Kunden vom Handel ausgeschlossen. Die Server sind einem hohen Andrang nicht gewachsen. Dies war auch gestern Nacht der Fall, als viele Coinbase-Kunden die Bitcoin-Kurse abfragen oder Bitcoin handeln wollten:

Coinbase ist eine geniale Bitcoin-Börse, die einfach zu bedienen ist. Insbesondere die Coinbase Smartphone App ist genial und wahrscheinlich sogar die beliebteste Bitcoin App der Welt. Wer aber Bitcoin auch in Zeiten von Crashes oder grossen Hypes nutzen und handeln möchte, sollte sich den einen oder anderen Account bei weiteren Bitcoin-Börsen zulegen.

Peter Schiff:

Peter Schiff, einer der bekanntesten Kritiker von Bitcoin, konnte sich einen hämischen Kommentar nicht verkneifen und twitterte:

Allerdings muss man die Kommentare von Peter Schiff mit Vorsicht geniessen. Er war einst Kandidat für den US-Senat und seine Interessen gelten in allem was er macht einem Ziel: Gold verkaufen. Er hat mit seiner Firma in einigen US-Bundesstaaten gar exklusive Lizenzen zum Handel mit Gold. Um auf sich und seine politische Agenda aufmerksam zu machen, mischt er sich immer wieder in die Diskussion der Bitcoin Community ein. In seinem Tweet von heute Morgen teilt er folgende Vermutung: Spekulanten haben den Hype rund ums Bitcoin Halving ausgenutzt und neue Kunden in ein Bitcoin-Investment gelockt und nun angefangen, ihre Gewinne abzuziehen.

Das Ende der Bitcoin-Bubble?

Es gibt immer wieder Stimmen, die behaupten, Bitcoin sei eine Blase, wie sie im Lehrbuch stehe. Derartige Kommentare stammen oft aus der Feder von älteren Finanzexperten, welche ihr Vermögen vor Jahren an den konventionellen Börsen gemacht haben und sich technisch nicht allzu gut auskennen und somit Bitcoin in keinster Weise verstanden haben. Bitcoin stiftet nämlich tatsächlich Nutzen: Bitcoin ermöglicht das Senden und Empfangen von Besitztum weit über Grenzen hinweg, Bitcoin ist zensurresistent und Bitcoin funktioniert seit mitunter 12 Jahren (fast) einwandfrei. Bitcoin ermöglicht Menschen in Ländern, wo nicht an jeder Ecke eine Bank steht, den Zugang zum Finanzsystem.
Und ja, Bitcoin ist eine Blase. Genau so wie der US-Dollar, der venezolanische Bolívar und die Immobilienpreise an der Zürcher Bahnhofstrasse Blasen sind. Die Frage ist, welche dieser Blasen platzt zuerst?