Aus jeder Krise kann man auch immer Hoffnung ziehen. Das gilt auch für die aktuelle Finanzsituation weltweit. Zwar erscheinen die Dinge recht unübersichtlich und beunruhigend, aber bei weitem nicht aussichtslos. Inmitten von Entscheidungen darüber, wie die Verteilung von Hilfsgeldern aussehen soll, stellt sich bei vielen Investoren wieder die Frage nach der richtigen Anlagestrategie. Besonders mit Blick auf virtuelle Währungen scheint der Markt gute Optionen bereitzuhalten. Wie sieht es im Allgemeinen auf dem Kryptomarkt aus Zeiten, in denen etablierte Währungen scheinbar ziellos gehandelt werden?

Gegen den Sturm gewappnet?

Befürworter von Kryptowährung haben lange Zeit argumentiert, dass die virtuellen Token in den Wallets absolut sichere Zufluchtsorte vor den Unsicherheiten der grossen Finanzmärkte seien. Wenn als der Dollar, das Pfund oder der Euro aufgrund von globalen Turbulenzen sehr stark schwanken, unterliegen Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht der gleichen Manipulation, die Zentralbanken und Regierungsstellen mit ihren reellen Währungen anwenden können. Zu früheren Zeiten, etwa der Finanzkrise von 2008, die die Finanzmärkte belastet hatten, sind die Kurse für Bitcoin und Co bekanntlich gestiegen und haben sich seitdem eher schadlos gehalten. Bewegungen wie die Liquiditätszufuhr der Federal Reserve in die Kreditmärkte schienen sicherlich die Art von Dingen zu sein, die Bitcoin-Investoren normalerweise dazu inspirieren würden, zu kaufen und zu handeln. Es ist ja auch sinnig, denn da Kryptowährungen gegen keinen reellen Wert gehandelt werden, sind sie „aussen vor“, wenn die Weltpolitik und die Wirtschaft gegenüber dem Virus in die Knie gehen. So weit, so gut. Zwar ist noch nicht bekannt, wie Kryptowährungen auf grossflächige politische und natürliche Ereignisse reagieren, wie man sie 2020 bislang an jeder Ecke sieht, allerdings sind die ersten Trends eher vielversprechend.

Grösste Verluste der jüngeren Geschichte

Bitcoin fiel Anfang März, als die Coronavirus-Befürchtungen die traditionellen Märkte zu treffen begannen. Kurzfristige Kursverluste sind zwar nichts Neues, allerdings fiel der Kurs tiefer als es seit einem Monat der Fall gewesen ist, auf unter 8.700 US-Dollar. Noch ist dies nicht weiter überraschend, denn aktuell sind viele Menschen durch die unsichere Jobsituation mit Home-Office und massenweise Entlassungen sowie Kurzarbeit sehr daran interessiert, Bargeld zu horten. Es wird jedoch spannend sein zu sehen, wie der Kurs die kommenden Wochen nehmen wird, denn in den meisten der grossen Industrienationen ist das Schlimmste noch immer nicht zu sehen.

Was ist zu erwarten?

Das Problem, mit welchem Bitcoin konfrontiert sind, besteht darin, dass es kaum Gründe gibt, warum Anleger sich dafür entscheiden, in diese zu investieren. Klar, einige sehen Bitcoin als legitime Alternative zu herkömmlichen Währungen, andere spekulieren einfach, dass sie Bitcoin günstig kaufen und teuer verkaufen können, mit dem primären Ziel, den Wert ihrer auf den etablierten Währungen basierenden Portfolios zu steigern.

Solange risikosensible Spekulanten aber weiterhin stark am Bitcoin-Markt beteiligt sind, können Kryptoanleger weiterhin mit heftigen Preisschwankungen rechnen. Dies auch aus Gründen, die kaum sinnvoll erscheinen. Es wird konzertiertere Anstrengungen erfordern, um Bitcoin-Benutzer mit einem gemeinsamen Zweck zu vereinen, um die künftige Preisbewegung der Kryptowährung auszugleichen, um so für mehr Stabilität auf dem virtuellen Preismarkt zu sorgen. Die aktuellsten Nachrichten rund um Kryptowährungen sind daher mit genauso viel Sorgfalt zu betrachten wie die Bewegungen an den grossen Börsen.

Tipps von Experten

Ganz allgemein aber ist es so, dass momentan viele Menschen davor Halt machen, zu früh oder zu schnell in Aktien, Fonds oder eben auch Kryptowährungen zu investieren – denn noch ist nicht absehbar, wie sehr die aktuelle Situation die Finanzwelt getroffen hat und ob noch mehr zu erwarten ist. Daher sind Neuinvestitionen dieser Tage eher selten zu verbuchen, was auch sinnig ist. Denn zunächst sollte die Grundsicherung sichergestellt sein, um erst danach allmählich wieder in die Märkte zu vertrauen. Ein strauchelnder Aktienmarkt bedeutet ja nicht automatisch, dass der Kryptomarkt wieder im Kommen ist, und andersherum