Die Demokraten, die im US-Repräsentantenhaus über die Mehrheit verfügen, zeigen sich sehr offen für die Möglichkeit zukünftige Helikoptergeldzahlungen digital vorzunehmen.

Federal Reserve übt Zurückhaltung

In der Vergangenheit zeigte sich die amerikanische Notenbank wenig überzeugt von der Option, Echtzeit-Überweisungen mithilfe einer Digitalwährung zu ermöglichen. Hatte sich der amerikanische FED-Chef Jerome Powell zuletzt offener für die Möglichkeit digitaler Transaktionen gezeigt, besorgten ihn vor allem mangelhafter Datenschutz und fehlende Informationssicherheit.

Helikoptergeld und Digitale Wallets

Die Demokraten des Repräsentantenhauses befürworten, die durch die Corona-Krise bereitgestellten Hilfsgelder direkt per elektronischer Brieftasche an amerikanische Familien zu transferieren. Diese Maßnahme soll zum einen die Effektivität der Hilfsgelder fördern, aber auch die Zahlung an diejenigen ermöglichen, die über kein Bankkonto verfügen.

Der Gesetzesentwurf der Demokraten sieht vor, während der andauernden Krise jedem Erwachsenen eine Unterstützung von 2000 $ zukommen zu lassen. Über die Steuerbehörde sollen demnach direkte Einzahlungen per Scheck, aber eben auch in „Digital Wallets“, den digitalen Brieftaschen, erfolgen. Die endgültige Einigung von Republikanern und Demokraten setzte das Limit für Direktzahlungen auf 1200 $ herab, befürwortete aber weiterhin die Idee der Abwicklung über eine Digitalwährung.

Mitgliedsbanken der FED mit einem Vermögen von 10 Milliarden Dollar sollen zur Einführung digitaler Brieftaschen verpflichtet werden. Die Kosten hierfür können von der Notenbank erstattet werden.

Gut gemeint aber schlecht gemacht

Zu den prominentesten Kritikern der Einführung eines Digitaldollars zum aktuellen Zeitpunkt gehört der ehemalige CIO bei der CFTC (Commodities Future Trading Commission) Daniel Gorfine. Dieser beklagte sich darüber, dass es grundsätzlich denkbar und wünschenswert sei, eine digitale Währung einzuführen, dass aber die aktuelle Corona-Pandemie ein schlechter Augenblick sei. Der Wirtschaftseinbruch und Mängel bei der Infrastruktur sollten zunächst überwunden werden, bevor solch ein gewagtes Experiment wie der Digitaldollar durchgeführt werde. Andernfalls böten die krisenhaften Zustände Argumentationshilfen dafür, dass Digitalwährungen an sich fehlerhaft seien.