Kryptowährungen haben seit ihrer Erfindung vor mehr als zehn Jahren eine Menge Wirbel verursacht. Der Siegeszug von Bitcoin hat zahlreiche Nachahmer auf den Plan gerufen. Sie haben das Konzept der digitalen Währung verfeinert und verbessert. Diverse Konzepte sollen die Probleme von Bitcoin, wie die starken Kursschwankungen und die lange Transaktionsdauer, aus dem Weg schaffen und so die breite Akzeptanz der Coins vorantreiben. Natürlicher Verbündeter bei diesen Bemühungen ist die digitale Wirtschaft, die stets auf der Suche nach profitablen Innovationen ist. So gibt es beispielsweise in der Gaming-Industrie zahlreiche Experimente mit Altcoins wie Tron oder Ethereum. Mit den neuen Technologien soll die Zahlungsabwicklung für den Kunden bequemer werden. Die beteiligten Unternehmen setzen aber auch darauf, in Zukunft weniger auf die Dienste von Banken und anderen Dienstleistern angewiesen zu sein.

Kryptowährungen im Online Casino

Einer der ersten Gaming-Sektoren, der auf Kryptowährungen setzt, sind Online Casinos. Am weitesten verbreitet ist aktuell noch Bitcoin. Viele Beobachter sehen es aber vor allem als eine Frage der Zeit, dass auch die Newcomer sich etablieren werden. In Deutschland sind Kryptowährungen als Zahlungsweise im Online Casino allerdings noch eine Randerscheinung. Das liegt nicht nur daran, dass es so einfach ist, Freispiele ohne Einzahlung durch die Eröffnung eines Nutzerkontos zu bekommen. Die Deutschen sind auch von Haus aus ein wenig konservativer und bevorzugen etablierte Zahlungsmittel wie Kreditkarten oder Sofortüberweisung. Anders ist die Lage beispielsweise in Asien, wo die Menschen deutlich experimentierfreudiger sind, was neue Technologien angeht.

Die nächste Stufe der In-Game Käufe?

Aber nicht nur im Online Casino, auch in den App Stores dieser Welt schielen die Entwicklerstudios neugierig Richtung Altcoins. Denn viele von Ihnen basieren ihr Geschäftsmodell auf In-Game Käufen durch die Nutzer. Für die Zahlungsabwicklung sind sie dabei aber meist auf Google oder Apple angewiesen, die eine saftige Provision kassieren: Bis zu 30% ihres Umsatzes müssen die Spielentwickler an diese Plattform-Bereitsteller bezahlen. Darüber hinaus müssen sie teilweise lange auf die Auszahlung warten. Durch die Nutzung von Kryptowährungen könnten sie mehr Kontrolle über die Vermarktung ihrer Angebote erhalten und so auch deutlich mehr verdienen. Das könnte die nächste Stufe in der Entwicklung des free-to-play Modells sein, das schon jetzt die Gaming-Branche revolutioniert hat.

Ein Markt im Entstehen

In den letzten Jahren sind daher zahlreiche Firmen aus dem Boden geschossen, die versuchen, von der Entwicklung zu profitieren. Dazu gehört auch die Tron Foundation, die 2017 von CEO Justin Sun gegründet wurde und ihren Sitz in Singapur hat. Vor kurzem enthüllte das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Elektronikriesen Samsung, die Tron in Zukunft eine gute Marktstellung garantieren dürfte. In Sachen Effizienz und Skalierbarkeit sehen viele Beobachter Tron vor Konkurrenten. Es wäre daher durchaus denkbar, dass die Kryptowährung eines Tages die Marktführerschaft in der Gaming-Branche übernehmen wird. Aber auch zahlreiche andere Firmen und Stiftungen stehen in den Startlöchern, um den erhofften Durchbruch der Kryptowährungen zu nutzen. Ob block.one, die Stellar Development Foundation oder die Enterprise Ethereum Alliance: Sie alle erhoffen sich ein Stück vom Kuchen. Wie groß dieser letztendlich ausfallen wird steht noch in den Sternen.

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