Sa. Okt 1st, 2022

„Fraudsters“-Mitbegründer steht vor Gericht: Von Zeit zu Zeit sollen mehrere Zehntausend Nutzer auf der Darknet-Plattform „Fraudsters“ aktiv gewesen sein, wie Heise.de schreibt. Nun steht einer der mutmaßlichen Mitbegründer vor Gericht und muss sich verantworten.

Seit Anfang Juli in Haft

Aufgrund der Bilder einer kriminellen Vereinigung sowie andere diverser Delikte muss sich ein 34-jähriger Mitbegründer der Darknet-Plattform „Fraudsters“ in Bad Kreuznach vor Gericht verantworten. Der Prozess begann am dort ansässigen Landgericht mit der Verlesung der Anklageschrift, wie eine Gerichtssprecherin gegenüber den Medien mitteilte. Der Mann ist seit Anfang Juli 2019 in Haft, nachdem er in Pinneberg in Schleswig-Holstein festgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmasslichen Mitbegründer Drogenhandel, Beihilfe zu Straftaten sowie illegalen Waffenbesitz vor. Die Gerichtssprecherin bezifferte 113 Fälle, wovon 109 Fälle zur Beschuldigung der Beihilfe zählen. Im März 2016 habe der Angeklagte „Fraudsters“ ins Leben gerufen und im April 2019 abgeschaltet. Der 34-Jährige soll das Forum als technischer Leiter/Administrator betrieben haben.

Plattform für fast alles

Vordergründig wurden auf der Plattform Tipps für Straftaten im Netz ausgetauscht. Darüber hinaus gab es den „Blackmarket“-Bereich, in dem illegale Waren sowie unrechtmässig erbeutete Daten gehandelt werden konnten. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz konnte unter anderem verschreibungspflichtige Medikamente, Falschgeld, gefälschte Ausweise, Kreditkartendaten, Betäubungsmittel sowie Nutzerkonten von Paypal und Amazon sicherstellen. Laut Generalstaatsanwaltschaft waren in Spitzenzeiten bis zu 30.000 Nutzer auf „Fraudsters“ aktiv. Über die Verfügbarkeit von Mordaufträgen oder Kinderpornografie gäbe derzeit noch keine Erkenntnisse.

Plattform wurde im Darknet betrieben

„Fraudsters“ war über das Darknet erreichbar. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Bereich im Internet, welcher ausschliesslich mit Hilfe einer sogenannten Anonymisierungssoftware erreichbar ist. Laut Staatsanwaltschaft begannen die Ermittlungen gegen die Plattform im Jahr 2016. Der nächste Verhandlungstag ist auf den 10. Januar 2020 festgesetzt worden. Weitere Termin sind zunächst bis einschliesslich März dieses Jahres eingeplant.

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