Google betreibt mit Youtube das bekannteste Videoportal. Und nun hat Youtube ohne Vorankündigung beschlossen, Videos zum Thema Bitcoin und anderen Kryptowährungen als „schädlich und gefährlich“ zu kennzeichnen und vom Netz zu nehmen. Allerdings ist Youtube dabei etwas zu gründlich vorgegangen und hat auch Videos von bekannten Vloggern wie beispielsweise Chris Dunn gelöscht: Der Kanal von Chris Dunn verfügt über mehr als 210’000 Abonnenten und ist nicht speziell auf Bitcoin ausgerichtet. Die meisten seiner Videos, in denen Kryptowährungen erwähnt werden, wurden entfernt. Ein grosser Ärger für den bekannten Youtuber, der einen grossen Teil seiner Zeit und Energie in den Aufbau seiner Community steckte:

Google und Kreditkarten-Institute gegen Bitcoin?

Google ist bekannt dafür, dass Google in seinem Monopol kein Platz für Alternativen zulässt. Genauer gesagt, Google arbeitet mit VISA und Mastercard zusammen und nur diese Kreditkartenanbieter werden gedultet. AdWords-Werbung buchen? Geht nur mit Kreditkarte. AdSense-Publisher Guthaben auszahlen lassen? Geht nur via anachronistische Bankverbindung. Kein Bitcoin, kein Fintech. Selbst Services wie PayPal sucht man vergeblich!
Ja Google hat gar einen kleineren Shitstorm ausgelöst, seit entschieen wurde, die Google Cloud API Keys nur noch für Besitzer von Kreditkarten freizuschalten. Dies ist vor allem dann ärgerlich, wenn man als Software Entwickler beispielsweise den Service Google Maps auf einer Webseite eingebaut hat. Dies geht nur noch mit der Eingabe von Kreditkarten-Details. Aber wer hat schon eine Kreditkarte zur Verfügung, wenn es sich beispielsweise um eine Webseite für einen Verein oder eine Bildungseinrichtung wie eine Schule handelt? Google knüpft alle seine Services an eine Kreditkartennummer. Und jetzt wird auch noch der Zensor aktiv und löscht Videos und sabotiert Communities sobald etwas diskutiert wird, was dem Kartell nicht passt.

#Censorship #YouTube: Die Empörung ist gross!

Der Content-Ersteller „Chico Crypto“ beispielsweise, der sich nur mit Kryptowährungen beschäftigt und dessen Kanal über 67’000 Abonnenten verfügt, sagte, Google habe seine Videos gelöscht, obwohl diese das Thema Bitcoin wenn, dann nur am Rande behandelten. Laut seinen Angaben hat kein einziges seiner Videos gegen die YouTube Community-Richtlinien verstossen. In einem Follow-up zeigte Chico Crypto Screenshots aus einem Telegram-Chat, in dem jemand offenbar zugegeben hat, dass er seine Videos markiert hat, damit diese entfernt werden. Angeblich genügt nur der kleinste Zusammenhang zu Bitcoin&Co und schon nimmt Youtube Videos vom Netz. Carl, ein weiterer bekannter Bitcoin-Blogger, ärgert sich ebenfalls:

Institute vs. Innovation

Die Bitcoin Community fragt sich nun zu Recht, gehen Google, VISA und Mastercard nun geschlossen gegen Kryptowährungen vor? Dass nur Kreditkarten bei der Google Cloud API-Konsole zugelassen sind, hatte Google damit begründet, sich vor Spam schützen zu wollen. Merkwürdig ist allerdings, dass selbst viele Debitkarten dort nicht funktionieren. Zudem: Wenn es um das Ausspielen von AdSense-Werbung geht, schafft es der Monopolist auch, sich vor Spam zu schützen, ohne dass eine Kreditkartennummer abgefragt werden muss. Und die Begründung, Youtube User vor Bitcoin-Betrüger schützen zu wollen, mutet ebenfalls kafkaesk an: Hat doch Google und Youtube während des ICO Hypes Millionen an Werbegeldern verdient und dabei die Werbetreibenden ungeprüft werben lassen. Wie dem auch sei, es bleibt spannend. Die totale Zensur kann sich auch positiv auswirken und die Allianz ins Wanken bringen und neuen Services eine Chance geben. Der Erfolg des Telegram Messengers ist ein Beispiel dafür. Weitere innovative Services stehen an der Türschwelle zum Erfolg: Einerseits die aufstrebende Video-Plattformen Tik Tok und andererseits der neue Browser Brave.

Youtube sperrt gar Videos von einem Interview mit Vitalik Buterin, welcher von der Universität Basel den Ehrendoktortitel erhalten hatte:

Quellen:

Nachtrag 31.12.2019 -> Viele der Videos sind nach Protesten der Bitcoin Community nun plötzlich wieder online: