Das regulatorische Umfeld in Liechtenstein ist im Hinblick auf Blockchain-Technologie weltklasse. Anleger und Unternehmen profitieren insbesondere von Rechtssicherheit.

Letzte Woche fand in Liechtensteins Hauptstadt Vaduz das Digital Finance Forum Liechtenstein statt. Das Event bot eine Diskussionsplattform für Entscheidungsträger aus der Finanzindustrie, Technologiebranche und Politik, um sich über digitale Technologien für die Finanzindustrie auszutauschen.

Solche Veranstaltungen sind in Liechtenstein keine Seltenheit. Das Fürstentum in den Alpen hat sich in den letzten Jahren als digitaler Hub im Herzen Europas etabliert. Die Folgen dieser Bestrebungen sind nicht zu übersehen: In Vaduz kann man in der Postfiliale am Schalter Bitcoins kaufen, die Universität bietet den Zertifikatsstudiengang Blockchain & Fintech an und im „House of Blockchain“ arbeiten Startups an der Umsetzung innovativer Ideen.

Fortschrittliche Regierung ermöglicht digitale Innovation

Die Fortschrittlichkeit Liechtensteins im Hinblick auf Blockchain erkennt man vor allem an der Gesetzgebung des Landes. Regierungschef Adrian Hasler zeigte sich in seiner Begrüssungsansprache auf dem Digital Finance Forum erfreut, dass das neue Blockchain-Gesetz am 1. Januar 2020 in Kraft treten werde. Es soll Rechtssicherheit für Unternehmen und Kunden am Finanzplatz Liechtenstein schaffen.

Das Blockchain-Gesetz war auch einer der ausschlaggebenden Gründe für INVAO, sich in Liechtenstein niederzulassen. CEO Frank Wagner kommentiert:

„Liechtenstein ist als Blockchain Standort derzeit absolute Weltspitze. Die Regierung leistet im Bezug auf Blockchain-Regulierungen und den Ausbau des digitalen Finanzplatzes hervorragende Arbeit. Die eigens dafür eingerichtete Stabsstelle für Finanzplatzinnovation unter Leitung von Herrn Thomas Dünser empfinden wir als besonders hilfreich. Auch die Zusammenarbeit mit der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) funktioniert reibungslos.“

Rechtssicherheit für Anleger und Unternehmen

Das Blockchain Ökosystem in Liechtenstein wächst und mancher spricht schon vom „Blockchain Silicon Valley” in den Alpen. Neben den vielen anderen Vorteilen des Standortes steht für Anleger und Unternehmen vor allem die Rechtssicherheit Liechtensteins im Vordergrund.

„Blockchain ist eine junge Technologie und Regierungen gehen zum Teil sehr unterschiedlich damit um”, erklärt Wagner. „Mancherorts sind beispielsweise digitale Währungen komplett verboten, andernorts ist der Handel zwar erlaubt, aber die regulatorische Einordnung ist nicht eindeutig. Anleger wissen dann nicht, wie sie Gewinne versteuern sollen, über welche Lizenzen Handelsplätze verfügen müssen und wie Krypto-Assets rechtskonform verwahrt werden müssen.“

Ausserdem gehe es bei Blockchain um weit mehr als Bitcoin, sondern um die Digitalisierung kompletter Wirtschaftsabläufe. So müsse beispielsweise für eine komplett digitale Immobilientransaktion nicht nur die digitale Übertragbarkeit einer Immobilie in tokenisierter Form möglich sein, sondern auch der Eintrag ins Grundbuch müsse auf digitale Weise erfolgen. Um solche digitalen Wirtschaftsabläufe zu ermöglichen, müssen Regierungen deshalb einerseits Gesetze schaffen, die digitale Transaktionen vollumfänglich regeln und andererseits die nötige digitale Infrastruktur stellen.

„Liechtenstein ist in dieser Hinsicht sehr fortschrittlich”, sagt Frank Wagner. „Auch in Deutschland gibt es gute Ansätze, die wir unterstützen. Liechtenstein kann aufgrund seiner Grösse aber schneller agieren, weshalb hier im Gegensatz zu anderen Ländern bereits viele Fragen geklärt sind.”

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