Peer-to-Peer-Kredite sind momentan wieder in aller Munde. In Zeiten negativer Zinsen auf Bankeinlagen suchen die Anlegerinnen und Anleger nach attraktiven Alternativen zum klassischen Sparbuch. Kredite direkt an Konsumenten zu vergeben, erscheint da verlockend. Die estnische Investitionsplattform Bondora hat sich zum Ziel gesetzt, Kreditnehmer und Kreditgeber miteinander zu verbinden und so eine für beide Seiten attraktive Alternative zu herkömmlichen Banken zu bieten. Während die Kredite momentan ausschliesslich in Estland, Finnland und Spanien vergeben werden, ist es Anlegerinnen aus ganz Europa möglich, ihr Geld über Bondora zu verleihen.

So funktioniert der Service

Kreditnehmer bei Bondora werden grundsätzlich in verschiedene Risikoklassen eingeteilt und müssen unterschiedlich hohe Zinsen für ihre Darlehen bezahlen. Für die Anlegerinnen gibt es damit aus den einzelnen Verträgen zwischen 10 % und 25 % Rendite. Aufgrund potenzieller Kreditausfällen sinkt der Durchschnittszinssatz in der Praxis allerdings unter dieses Niveau. Durch eine breite Streuung des angelegten Geldes lässt die eigene Anlage sich vor Ausfällen schützen. Bereits ab einem Euro Einlage ist es möglich, sich an einzelnen Kreditpaketen zu beteiligen. Darüber hinaus bietet Bondora die Möglichkeit, einmal vergebene Kredite vor der Fälligkeit auf einem plattforminternen Sekundärmarkt weiter zu verkaufen. Eine Garantie dafür, dass Darlehen im Krisenfall abgekauft werden, besteht allerdings nicht.

Risiken

Geld über Bondora zu verleihen, bedeutet definitiv Risiken. Die Plattform selbst besteht seit mittlerweile mehr als zehn Jahren und Anlegerinnen und Anleger konnten hier teils deutliche Gewinne erzielen. Wie die Peer-to-Peer-Kredite allerdings performen, falls die Konjunktur im Euroraum einbrechen sollte, ist momentan nicht klar. Um die Risiken selbst verwalteter Peer-to-Peer-Portfolios etwas zu begrenzen, bietet Bondora daher auch automatisch gemanagte Pakete an, die unter dem Namen Go & Grow vermarktet werden. Durch ausgewogene, vergleichsweise konservative Kreditvergabestrategien soll es nach Angaben des Anbieters möglich sein, zwischen 6 % und 7 % Gewinn im Jahr zu erzielen. Bei diesem Angebot ist allerdings ebenfalls eine gewisse Vorsicht geboten, denn auch hier ist unklar, wie die Performance des Produkts in Rezessionszeiten aussieht.

Bondora als sinnvoller Baustein einer Anlagestrategie?

Bondora ist eine spannende Plattform. Vor allem die verschwindend geringe Mindesteinlage von nur einem Euro macht den Dienstleister interessant und lädt ein, die Technik einfach einmal auszuprobieren. Bondora selbst empfiehlt allerdings, mindestens 1000 € anzulegen, um genügend Spielraum zur Diversifikation zu haben. Peer-to-Peer-Kredite von Bondora stellen im Rahmen einer breit gefächerten Anlagestrategie eine attraktive Option dar. Anlegerinnen und Anleger sollten aber mit Ruhe und Bedacht an das Thema herangehen und nur langsam investieren, um ein Gefühl für die Risiken zu entwickeln.

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