Mitte April rief Vít Jedlička auf einem schlammigen Stück Land mitten in der Donau, zwischen Serbien und Kroation, ein neuer Staat aus: Liberland. Das Stück Land wird weder von Serbion noch von Kroatien beansprucht. Die Nachricht eines neuen, liberärten Staates wurde schnell via Social Media Plattformen wie Reddit [1] viral und führte dazu, dass mehrere hunderttausende Interessierte gleich die Staatsbürgerschaft auf der Liberland-Website [2] beantragten.

Was ist das Ziel von Liberland?

Der neue Staat soll wie Monaco oder Liechtenstein zur Steueroase werden. In Liberland schützt der Staat die persönliche und wirtschaftliche Freiheit seiner Büger. Die Macht des Staates soll sich aber auf ein absolutes Minimum beschränken, Steuern gar freiwillig sein. Eine Zentralbank soll es nicht geben und offizielle Staatswährung ist wie anfangs erwähnt: Bitcoin.

Einige Idealisten und Aktivisten rund um den selbsternannten Präsidenten Vit wollten vor ein paar Tagen Liberland, die sogenannte Terra Nulla, das Niemansland zwischen Kroatien und Serbien, besiedeln und aufbauen. Nur, ganz so einfach wie sich das die ersten Liberlander das vorgestellt hatten, war das nicht. Die Besiedlung geriet nach einigen ersten Erfolgen ein wenig inst Stocken, als der Präsident und einige weitere Siedler, die versuchten, via Motorboot über die Donau nach Liberland zu gelangen, vorübergehend verhaftet [4]. Um jedoch kurze Zeit darauf, ohne Anklage oder Busse, wieder freigelassen zu werden. Vielleicht, weil die kroatische Polizei die Siedler unerlaubt auf internationalem Gewässer bedrängte. Vielleicht weil sich mittlerweile in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ein Anwalt für die Anliegen Liberlands starkmacht. Die Organisation rund um Liberland ist mittlerweile recht gross und die Anhänger zahlreich.

Interview

Da einige bekannte Vertreter der Schweizer Bitcoinszene dabei sind, hatte ich einige der Geschehnisse live im Bitcoin-Chat miterlebt. Nun habe ich einem Liberland-Insider vor Ort via Chat ein paar Fragen gestellt:

Kann man als Privatperson Liberland einfach betreten?

Aktuell wird man von der kroatischen Polizei verhaftet. Diese haben mindestens zwei Polizeiboote dort positioniert und über 10 Polizisten auf dem Land. Also nein, nach Liberland kommt man nicht. Unser Camp ist aktuell auf serbischer Seite, direkt an der Donau.

Ich kann mir vorstellen, dass vielleicht mal zig Leute kommen wollen. Leute, die dann auch politische Parolen einbringen werden wollen. Was meint ihr dazu?

Wenn man kein Libertarian ist, dann hat man hier unten einen schweren Stand.

Baut ihr das längefristig auf?

Ja wir haben ein grosszügiges Budget aus einem Funding und können also da unten noch ein bisschen ausharren. Wir wollen eigentlich nach Liberland ziehen sobald sich die Situation mit der kroatischen Polizei beruhigt hat.

Sind weitere Siedler willkommen?

Ja sehr gerne.

Aktuelle Bilder direkt aus Liberland

Mittlerweile ist das Camp auf der serbischen Seite der Donau aufgebaut und Liberland hat für diese Übergangszeit sogar eine offizielle Camping-Bewilligung auf der serbischen Seite der Donau. Die Schweiz hat mit der Liberland Settlement Association — abgekürzt (LSA) — auch hierzulande einer der beiden Vereine, die die Idee Liberland tragen.

Wer sich für Liberland, rsp. eine Mitgliedschaft beim LSA interessiert, der findet hier in diesem PDF weitere Informationen: LSA

Quelle(n)

Und hier die m.E. interessanten Links zu Liberland:

[1]Liberland auf Reddit
[2]Liberlands offizielle Webseite
[3]Liberland auf Wikipedia
[4]Präsident von Liberland verhaftet
[5]Liberland Press (Blog)
Fotos: Facebooksteite der LSA

Social Media

New post (Media Fact Check: Only Liberland Claims Liberland) has been published on Liberland Press

Posted by Liberland Press on Montag, 25. Mai 2015