In Irland ist es sehr wahrscheinlich zu einem schwerwiegenden Betrugsfall gekommen. Auf der grünen Insel war bis zuletzt die Kryptobörse Bitsane tätig. Die im November 2016 gestartete Exchange hatte am 30. Mai 2019 246 000 Nutzer, die ihr mehrere Millionen Euro anvertrauten. Dieses Vertrauen hat Bitsane nun missbraucht. Am 17. Juni verschwanden nämlich über Nacht die Internetseite, der Facebook-Account und das Twitterkonto der Kryptobörse. Und das letzte Update bei CoinMarketCap datiert vom selben Datum. Das Volumen von Bitsane beträgt jetzt exakt null Euro.

Für die Kunden, die der Kryptobörse ihr Geld anvertraut hatten, gab es am 19. Juni ein böses Erwachen. Diese mussten nun feststellen, dass sie keinen Zugriff mehr auf ihr Vermögen hatten. Stand jetzt haben rund 100 Nutzer jeweils zwischen 5000 und 132 000 Euro verloren. Ein Twitter-User, der eigenen Aussagen zufolge in der amerikanischen Armee gedient hat, sagte aus, dass er um 7000 US-Dollar geprellt wurde. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, war der sogenannte „Kundenservice“ von Bitsane unerreichbar für die betrogenen Nutzer.

US-Bürger, die der Betrugsmasche zum Opfer fielen, haben angeblich schon die Bundespolizei FBI eingeschaltet. Im Zuge des Exit Scams wurde bekannt, dass Bitsane nicht bei der irischen Zentralbank angemeldet war. Denjenigen, die ihr Geld verloren haben, hilft diese Erkenntnis nicht wirklich weiter. Die Token, die von Bitsane verwaltet wurden, sind unwiederbringlich verloren. Dieser Fall macht erneut deutlich, dass es in der Kryptobranche schwarze Schafe gibt, die das Vertrauen der Nutzer missbrauchen, um sich selbst zu bereichern. Man kann nie vorsichtig genug sein.