In Venezuela herrscht Krise, die Menschen verlassen zu hunderttausenden das Land. Oft mit nicht mehr Hab und Gut als mit einem Rucksack am Rücken und vielleicht noch mit einem Fernseher in der Hand. Für diese Reise sind Pässe essentiell, aber nicht so einfach zu erhalten. Und nun hat diesen Freitag die Vizepräsidentin Venezuelas Delcy Rodriguez in einer Pressekonferenz angekündigt, dass neue Pässe nur noch gegen die eigene Kryptowährung Petro herausgegeben werden.

Soll damit der Verkauf des Petros angekurbelt werden? Oder ist dies gar ein verzweifelter Versuch des Präsidenten Maduros, den Massenexodus aus Venezuela zu stoppen? Denn der Petro Token ist noch gar nicht richtig erhältlich und über den Wert eines Petros wird spekuliert. Gemäss Rodriguez soll ein neuer Pass 2 Petro kosten, was, glaubt man den Aussagen des Präsidenten zwei Fässern Öl entsprechen soll. Zum aktuellen Kurs sind das also rund 7’200 Bolivar. Dies ist ein grosser Batzen für die Bürger Venequelas, denn dies entspricht inetwa soviel wie ein Arbeiter in 4 Monaten verdient, wenn er denn den gesetzlich vorgeschriebenen Minimallohn erhält. Ist dieser hohe Preis eine absichtlich erschaffene Hürde, um den Exodus zu stoppen? Fakt ist, bereits jetzt ist es nicht einfach in Venezuela offizielle Dokumente zu erhalten. Einerseits weil hochwertige Materialien für diese Dokumente fehlen und andererseits, weil sehr viel Korruption herrscht. Gemäss aktuellen Angaben der UN verlassen dennoch pro Tag 5’000 Venezolaner das Land.

Der Petro ist (noch) ein Luftschloss..

Wieviel soll ein Petro kosten? Gemäss Präsident Maduro soll ein Petro einem Fass venezuelanischem Öl entsprechen, also knapp 70 USD. Nur, kann man Preise an etwas binden, was noch gar nicht gehandelt wird? Denn als Sicherheit soll der Petro mit Öl gedeckt sein. Öl, welches in einem Feld in Ayacucho liegt. Nur die genaue Menge die da liegen soll ist noch unbekannt und das Feld ist auch noch gar nicht erschlossen. Gemäss einer Recherche von Reuters stehen dort lediglich wenige marode Bohrtürme herum. Die Kosten für die Erschliessung werden auf 20 Milliarden USD geschätzt. Viel Geld, welches der krieselnde, staatliche Ölkonzern PDVSA sicher nicht aufbrigen kann. Und ob der Petro ICO 20 Milliarden oder mehr einbringt, ist eher unwahrscheinlich. Viel über den Petro und erste Investoren ist auch nicht zu erfahren, denn die offizielle Webseite (elpetro.gob.ve), welche über den Petro informieren soll, ist offline. Der offizielle Starttermin für den Petro ICO wurde auf den 5. November angesetzt. Der Petro wird dann auf 6 international bekannten Börsen erhältlich sein.

Quellen